Ceres, eine altitalische Göttin des Erdsegens, der Wortbedeutung nach die «Schaffendev, wurde schon früh mit der griech. Demster verschmolzen, einer der ältesten Göttinnen der Griechen. Demeter wurde, wie das auch ihr Name besagt, als mütterliche Erdgöttin, welche die Gaben des Feldes, namentlich das Getreide, aber auch andere Feldfrüchte spendet, verehrt. Unter den olympischen Göttern der Ilias hat sie keine Stelle gefunden, doch geschieht auch in den Homerischen Gedichten ihrer Gabe, der Feldfrüchte, und ihrer Vermählung auf dreimal geackertem Brachfelde mit Jasion Erwähnung. Unter den Grundbesitzern und Bauern war ihr Kult stets hoch angesehen, so namentlich in Attika. Sie galt auch als die Urheberin des Segens, den der Ackerbau im Gefolge hat, eines durch feste Wohnsitze und Gesetze geordneten Lebens, und zugleich ward sie insbesondere in den Thesmophorien von den Frauen als die Göttin gefeiert, von welcher man nicht nur die Fruchtbarkeit des Feldes, sondern auch Ehesegen erhoffte. In den Thesmophorien, wie überhaupt gewöhnlich, wurde Demeter im Verein mit Persephone (s. d.) verehrt, ihrer Tochter von Zeus oder Poseidon. Hauptsitze ihres Kults waren, außer Attika, Megara, Arkadien, Messenien, Hermione in Argolis, Thessalien, Kreta die ion. Kolonien in Kleinasien, Knidos und Sicilien. Den Mittelpunkt ihres Sagenkreises und zugleich den Hauptinhalt der Mysterien, die vor allem zu Eleusis in Attika, ähnlich aber auch anderswo, namentlich zu Andania in Messenien, gefeiert wurden, bildete die Sage von der gewaltsamen Entführung ihrer Tochter Persephone (die auch Kora, edie Tochter' das Mädcheno schlechtweg genannt wurde) . Pluto, den Gott der Unterwelt, welcher, plötzli ißt, sind unter K aufzusuchen. aus dem Erdboden emportauchend, das Mädchen, während es —* blühender Aue (nach der verbreitetsten Tradition bei Eleusis oder bei Enna in Sicilien, bei dem Hlun Eastro-Giovanni) mit seinen Gespielinnen Blumen pflückte, auf seinen Wagen gehoben und in sein dunkles Reich hinabgeführt haben sollte. Neun Tage lang irrte die Mutter jammernd und in Trauerkleidern auf der ganzen Erde umher, bis sie von dem allsehenden Helios über das Schicksal der Tochter Auskunft erhielt; da mied sie den Olymp und verbarg sich zürnend in eine Einöde oder in unscheinbarer Gestalt als Dienerin bei Menschen, sodaß die Erde keine Frucht mehr trug, bis durch Zeus bestimmt wurde, daß Persephone, die durch den Genuß einiger Kerne von einem Granatapfel bereits als Gemahlin Plutos der Unterwelt verfallen war, einen Teil des Jahres AWtde und Sommer) auf die Oberwelt zur Mutter zurückkehren, den andern (die Wintermonate, während deren die Vegetation erstorben ist) bei dem Gemahl im Hades verweilen sollte. Als Liebling der Demeter und Vermittler ihrer Gaben für die Menschen wird von der Sage Triptolemos bezeichnet, nach einigen der Sohn des Königs Keleos von Eleusis, den die Göttin ausgesandt haben s oll, um das Getreide und seine Kultur über die ganze Erde zu verbreiten. Vgl. Preller, Demeter und Persephones (Hamb. 1837); Förster, Der Raub und die Rückkehr der Persephone» (Stuttg. 1874). Die bildende Kunst stellt die Demeter in vollen und reifen Formen, als Matrone, reich bekleidet, das Hinterhaupt öfter mit einem Schleier bedeckt, bisweilen mit Ahren bekränzt und Ahren, oder Mohnstengel, oder Fackeln in den Händen haltend dar. Während die Kunst des 5. Jahrh. in Demeter noch i die hoheitsvolle und gütige Göttin als solche darstellte, drückte die jüngere Kunst in den Zügen derselben zugleich öfter auch den Schmerz der um die verlorene Tochter trauernden Mutter aus. Vgl. Overbeck. (Griech. Kunstmythologiey Rom 2, Tl. 3, Lpz. 1878, mit Atlas, 710 4). In Rom wurde ihr unter dem Namen der alteinheimischen C. im Verein mit Liber (Bacchus) und Libera (Persephone) schon 493 v. Chr. ein Tempel beim Circus maximus geweiht. Am 19. April wurde der Göttin zu Ele r. ein den gefeiert, mit welchem später Festspiele verbunden wurden, die sich zuletzt auf die Tage vom 12. bis zum 19. April erstreckten. Von C., als der Göttin des Getreidebaues, stammt die Bezeichnung der Halmfrüchte als Cerealien. — C. ist auch der Name des 1. Asteroiden. (S. unter Planeten.)