FeedCestus
Sitten & ModeBrockhaus 1882

Cestus (grch. Soee, d. i. gestickt) hieß bei den Griechen und Römern ein Gürtel, welcher von den Frauen unmittelbar unter dem Busen getragen wurde. Er ist zu unterscheiden von der Zone (grch. 66½n, lat. cingulum), dem Gürtel, mit welchem das Gewand um den Leib gegürtet wurde. Das bei den alten Erotikern oft erwähnte Brustband war dem in Form eines breitern Gurtes namentlich häufig bei Kunstdarstellungen kriegerischer Gestalten vorkommenden Zoster ähnlich. Bei den Griechen heißt das Brustband gewöhnli oroοοοιον, üund das Wort *eros wird erst später, nachdem Homer es noch in seiner ursprünglichen Bedeutung «gestickt o als Bei wort des Gürtels (Loes) der Aphrodite gebraucht hatte, zur Bezeichnung des Gürtels selbst angewandt, von dem man meinte, daß er allen weiblichen Liebreiz verleihe. Daher sieht man auf antiken Kunstwerken Venus mit dem C. in der Hand und im Beestus (lat.), Faustriemen, s. Cästus.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 148Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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