Chargeh oder Khardgéh, vollständig Wähel-Chargeh, d. h. die äußere Oase, Trinythis oder Oasis major der Alten, eine der fünf ägypt. Oasen, liegt in 25½ nördl. Br. und 48 ½ östl. L. (von Ferro), drei bis vier Tagereisen westlich vom Nilthale bei Theben und von Girgeh entfernt. Die Südwestgrenze bildet der nubische Sandstein, welcher sich weit nach W. hin erstreckt; den Westrand der Oase macht der schroffe, zuweilen 300 m hohe, schluchtenreiche und zahlreiche Fossilien enthaltende Steilrand der aus Nummulitenkalk gebildeten, ungeheuern Libyschen Felswüste, an welcher dann sechs Tagereisen weiter im W. das Sandmeer sich ansetzt. Die Oase ist etwa 150 km lang von N. nach S. (34 Stunden), im Mittel 5 km breit und liegt mit den em Wio Oasen in einer mit dem Nilthale und dem Roten Meere ziemlich parallel gehenden Einsenkung, in 75 m Meereshöhe. In einer Menge von Dörfern wohnt eine Bevölkerung von 6340 Bewohnern, welche Reis und Weizen, Gerste, Durrha, t auc Baumwolle und Datteln bauen; hier wächst H die Dumpalme und die Sennapflanze. Seit den Zeiten Psammetichs befand sich hier eine Kolonie von Samos, und der Bischof Nestorius wurde 435 hierher verbannt. In dem Orte el-Chargeh (5700 E.) stehen ein ansehnlicher Ammonstempel aus der pers. Zeit (des Darius) und andere Ruinen aus der Zeit der Ptolemäer und der Cäsaren.