Charité (frz., d. h. christliche Nächstenliebe, Barmherzigkeit, dann auch Krankenhaus), gebildet von dem lat. caritas, mittellat. charitas. Mit letzterm Worte bezeichnete man schon im Mittelalter unter anderm auch solche Stiftungen, welche ein Werk der christl. Liebe waren, namentlich Krankenanstalten für Verarmte. Aus ähnlichem Grunde hießen auch Ordensleute von der Regel des heil. Augustin, welche von Jean de Dieu im 16. Jahrh. zur Wartung der Kranken angeordnet wurden, Chariten oder Charitatis fratres. Noch 6 enwärtig führen den Namen C. manche öffentiche Krankenhäuser in Frankreich und nach diesem Vorbilde in Deutschland. Die berühmtesten Charités sind die von Paris und Berlin. Die letztere Anstalt, seit 1726 ihrer jetzigen Bestimmung gewidmet, gehört zu den großen öffentlichen Krankenhäusern Berlins und enthält die klinischen und pathol.anatom. Lehranstalten der Universität. Sie kann 1400 Kranke .½