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HeilkundeBrockhaus 1882

Charlatan, ein Marktschreier, Quacksalber, dann überhaupt jeder, der sich auf eine auffallende Weise den Schein von Kenntnissen oder Geschicklichkeiten zu geben sucht, die er nicht besitzt, ist abgeleitet vom ital. ciarlare, d. i. schwatzen. Charlatanismus oder Charlatanerie ist soviel wie Benehmen nach Art eines C., Quacksalberei, Marktschreierei. Der Charakter des Charlatanismus ändert sich mit dem Geiste der Zeit, z. B. der ärztliche tritt jetzt nicht mehr in Gestalt des Doktor Eisenbart auf, sondern in öffentlichen Danksagungen, in Zeitungsartikeln, in populär-mediz. Schriften, in angeblich neuen und unfehlbaren Kurmethoden u. dgl. Vgl. J. B. Menckes klassische Satire: De charlataneria eruditorumo (Lpz. 1727), welche von Büschel in der Schrift «über die Charlatanerie der Gelehrten seit Mencke » (Opz. 1790) fortgesetzt wurde.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 192Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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