FeedClaque (von claquer, klatschen)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Claque (von claquer, klatschen), franz. Coulissenausdruck für eine Truppe von Klatschern, Claqueurs, die dafür bezählt werden, Dramatiker oder Schauspieler und manchmal beide zugleich zu applaudieren. Die C. bestand anfangs nur aus solchen, die freien Eintritt hatten und sich dafür verpflichtet hielten, jede Kraftstelle, wenn sie auch noch so abgeschmackt war, zu beklatschen. Im J. 1820 wurde dieses Unwesen zuerst in Paris von einem gewissen Sauton systematisch Sdramatt und unter dem Titel Assurance des succès dramatiques u einem sehr einträglichen Gewerbe gemacht. In Paris nennt man die Claqueurs nach ihrem gewöhnlichen Platze unter dem Kronleuchter «Kronleuchter-Rittero (chevaliers du lustre), und unterscheidet Tapageurs, die eigentlichen Klatscher, Connaisseurs, die beifällige Bemerkungen abgeben, Rieurs, die zum Lachen, Pleureurs, die zum Weinen animieren, Bisseurs, Dacaporufer, Chatouilleurs, die vor der Vorstellung und in den Zwischenakten Stimmung machen, und Chauffeurs, die in Cafés und auf der Straße wirken. Auch in England und Deutschland hat das Unwesen der C. Wurzel gefaßt und wuchert, von Schauspielern und Theatervorständen benutzt, fort zur Verfälschung des öffentlichen Urteils und Verderbnis der dramatischen Kunst.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 431Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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