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GeschichteBrockhaus 1882

Charost (Armand Joseph de Bethune, Herzog von), ein Nachkomme Sul ys, geb. zu Versailles 1. Juli 1728, ist durch seine philanthropische Thätigkeit bekannt. Er wurde Offizier, zeichnete sich im Siebenjährigen Kriege aus und machte sich durch die Fürsorge für seine Soldaten beliebt. Nach dem Ende des Kriegs verschaffte er einer großen Menge seiner Kampfgenossen auf seinen Gütern in der Bretagne Arbeit und Unterhalt. Schon 20 Jahre vor der Revolution hob er auf seinen Besitzungen einen großen Teil der Fronen auf. Um das Elend der niedern Klassen zu lindern, gründete er Almosenstiftungen auf den Dörfern, legte Apotheken und Hospitäler an, sorgte für Arzte und Hebammen und richtete Brand⸗ und agelassekuranzen ein. Als Militärgouverneur der Picardie suchte er auf alle Weise die Landwirtschaft zu +. In der Natio-Weeteihung pore sprach er für eine gleichmäßige Verteilung der Steuern, und noch ehe das Dekret wegen freiwilliger Beisteuer zur Bewaffnung des Vaterlandes erschien, machte er der Nation ein großartiges Geschenk. Während der Schreckensherrschaft mußte er sechs Monate im Gefängnis zubringen, aus dem ihn erst die Revolution vom 9. Thermidor befreite. Hierauf zog er sich wieder auf sein Gut Maillant zurück und stiftete daselbst eine große Ackerbaugesellschaft. Im Depart. Cher führte er später den Lein⸗, Tabaks⸗, Krapp⸗ und Rhabarberbau ein und verbesserte im ganzen südl. Frankreich Windmühlen, Schmieden und die Kultur der Wiesen. Nach dem 18. Brumaire wählte ihn ein Bezirk in Paris zum Maire. Er starb in Paris an —77 Pocken 2* Okt. 1800. arp., bei entomolog. Namen Abkürzung für Charpentier (Toussaint von). nf

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 196Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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