Charpentier (Frangois Philippe), ein durch zahlreiche Erfindungen bekannter franz. Mechaniker, geb. 3. Okt. 1734 zu Blois, erhielt in dem dortigen Jesuitenkollegium Unterricht und trat dann zu Paris bei einem Kupferstecher in die Lehre. Bald zeigte er in dieser Kunst eine große Fertigkeit und erfand mit Hilfe der Mechanik, die er ebenfalls eifrig trieb, die getuschte Manier im Kupferätzen. Er verkaufte dieses Geheimnis dem Grafen Caylus, und die Französische Akademie sprach ihm zugleich die Priorität der Erfindung gegen den Schweden Flodin 1 Die ältesten Blätter der Tuschmanier, die C. se bst ausgeführt, sind: Perseus und Andromeda nach Vanloo; die Enthauptung des heil. Johannes nach Guercino; eine Spinnerin; ein Schäfer; eine Bettlerin; das ital. Konzert; das Kinderbacchanal nach Jan de Witt u. s. w. Der Hof ver leß ihm den Titel eines königl. Mechanikers und l ließ ihm eine Werkstätte einrichten, wo er eine zum allgemeinen Gebrauch gelangte Feuerspritze, meh-1 rere wichtige Maschinen in Bezug auf die Herstellung von Feuerwaffen, eine neue Art von Signallaternen und Leuchttürmen u. s. w. Macht Während der Revolution erfand er eine Maschine, die viele Flintenläufe zugleich bohrte, desgleichen eine Metallschneidemaschine, und erhielt dafür von der Direktorialregierung 24000 Frs. nebst der Oberleitung des Atélier de Perfectionnement. Er starb zu Blois 22. Juli 1817.