FeedCharpentier
ErdkundeBrockhaus 1882

Charpentier (Joh. Friedr. Wilh. Toussaint von), ausgezeichneter sächs. Berg- und Hüttenmann, geb. zu Dresden 24 Dem 1738, studierte in Leipzig die Rechte und Mathematik, wurde 1767 Lehrer der Mathematik an der Bergakademie zu Freiberg, 1773 Bergkommissionsrat und Oberbergamtsassessor und 1784 Direktor des Alaunwerks zu Schwemsal im jetzigen preuß. Regierungsbezirke Merseburg. Im folgenden Jahre ging er nach Ungarn, um die neue Amalgamiermethode zu prüfen, und erhielt nach seiner Rückkehr den Austrag, den Bau des großen Amalgamierwerks zu Freiberg nach seinem Plane zu leiten. Kaiser Joseph erhob ihn 1791 in den Reichsadelstand; 1800 wurde er Vize⸗, 1801 wirklicher Berghauptmann und starb 27. Juli 1805 zu Freiberg. C. hat sich um die wissenschaftliche Betreibung des Bergbaues sehr verdient gemacht, und mehrere Zweige des Grubenbetriebs und der Verwaltung verdanken ihm wesentliche Verbesserungen. Auch förderte er eifrig die Tenuneer Untersuchung des Landes unter der Leitung der Bergakademie. Neben seiner Mineralog. Geographie der kursächs. Lande (Lpz. 1778) verdienen die Beobachtungen über die Lagerstätte der Erzer (Lpz. 1799) und die Beiträge zur geognost. Kenntnis des Riesengebirgeso (Lpz. 1804) Erwähnung.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 196Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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