FeedChatham-Inseln
ErdkundeBrockhaus 1882

Chatham-Inseln oder der Broughton-Archipel, eine Inselgruppe der Südsee, 660 km im f SO. von Neuseeland, zusammen 1626 qkm groß, mit (1881) 242 E., besteht aus der 1265 qkem gro-He ßen Hauptinsel Chatham oder Wairikaori (un-3 ter 44 südl. Br. und 175 20“ westl. L. von Green-1 wich) und mehrern kleinern Felseilanden, wie im SO. Pitt oder Rangihaute, und Cornwallis oder Rangiaura. Die Inseln gehören zur Kolonie Neuseeland. Entdeckt ward die Gruppe im Nov. 1781 1 durch den engl. Lieutenant Broughton vom Schiffe ; Chatham. Die Hauptinsel ist an den Küsten meist flach und felsig, im Innern bergig, im ganzen sehr fruchtbar, hat ein gesundes, angenehmes Klima, europ. Niederlassungen sowie eine Mission der berliner (Gosnerschen) Gesellschaft. Die Inselgruppe war von einer in Hamburg gebildeten Gesellschaft zur Kolonisierung durch deutsche Einwanderer un⸗⸗ ter deutscher Oberhoheit ersehen. Sie sollte die erste deutsche Kolonie jenseit des Meers und der erste Anhaltepunkt einer deutschen Marine werden. Allein da die brit. Regierung ihre Ansprüche auf die Gruppe nicht aufgeben, sondern nur eine Ansiedelung unter brit. Landeshoheit gestatten wollte, so zerschlug sich der Plan.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 212Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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