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GeschichteBrockhaus 1882

Chauvelin (Frangois Bernard, Marquis de), franz. Staatsmann, geb. 29. Nov. 1766 zu Paris als Sohn des in Krieg und Diplomatie vielerprobten nin Frangois Claude de C., schloß sich beim ging als Attaché Talleyrands im Frühjahr 1792 nach England, um dies 0 zur Neutralität in dem ausbrechenden Kriege zu bestimmen. Er blieb dort nach dem Weggange Talleyrands als Vertreter der Republik, bis nach der Hinrichtung Ludwigs XVI. die engl. Regierung jede Verbindung mit dem revolutionären Staate abbrach. Hierauf mit einer Mission nach Florenz betraut, mußte C. infolge der engl. Drohungen gegen den Großherzog Toscana wieder verlassen, zog nach der Heimkehr den Argwohn der Terroristen auf sich, ward eingekerkert und erst durch die Revolution des 9. Thermidor wieder frei. altod dem 18. Brumaire ward er eine Zeit lang Mitglied des Tribunals, hierauf Präfekt in Belgien, überhaupt eifriger und eschickter Beamter des Kaiserreichs. Als Napoleon Spanien erobert hatte, machte er C. zum Generalintendanten Cataloniens. Trotz seiner Dienste unter Bonaparte erhielt sich C. auch nach der Restauration dem polit. Leben. Seit 1817 war er mehrfach Mitglied der Deputiertenkammer. Im J. 1827 ins Privatleben zurückgetreten, lebte er meist auf seiner Besitzung Citeaux, dem alten Kloster des heil. Bernhard in Burgund, und starb 9. April 1832 in Paris.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 217Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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