Chilon (griech. Cheilon), einer der sog. Sieben Weisen Griechenlands, stammte aus Lakedämon, wo er Ephorus war und die Macht dieses Amts bedeutend gesteigert hat. Von ihm sollen namentlich die Aussprüche &LVII εαονταν (lat. Nosce te ipsumv, «Erkenne dich selbsto) und Mννάνο (In nichts zu vielvs, von Terenz: Andria », I, 1, 34, übersetzt durch Ne quid nimis), welche sich als Inschriften am Apollotempel in Delphi fanden, herrühren. Von andern wird der erste Ausspruch dem Thales, der zweite dem Solon zugeschrieben. Eine Sammlung der ihm zugeschriebenen Sentenzen findet sich in Orellis &Opuscula Graecorum veterum sententiosa et moralia o (2 Bde., Lpz. 1819—21) und in Mullachs Fragmenta philosophorum Graecorumo (Bd. 1, Par. 1860).
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 271Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei