Chiloe, südlichste Provinz der Republik Chile an der Südamerikas, ist seit 1861 auf die Hauptinsel C., den Chonos-Archipel und die der Insel östlich gegenüberliegende Westküste Patagoniens bis zum Kamme der Cordillera beschränkt und erstreckt sich von 41½ bis etwa 47˙ südl. Br. Das Areal beträgt 10000 qkm, die Einwohnerzahl (1878) 67 440, welche fast ausschließlich auf C. und den benachbarten Inseln leben. Von Wichtigkeit ist die Provinz wegen hate großen Reichtums an Nutzholz in den ausgedehnten Urwaldungen. Die Insel Chiloé wird im N. durch den schmalen Kanal von Chacao, welcher aus der Südsee in den Golf von Ancud führt, im O. durch diesen und seine südl. Fortsetzung, die Corcovadobai, vom Festlande getrennt und enthält die Depart. Ancud und Castro, 1876 mit 52 725 CE. Sie ist hügelig, im Alto de Cucao bis 800 m hoch und fast ganz mit undurchdringlichem Urwald bedeckt, der manche schöne immergrüne Baumart sowie baumartige Gräser aufzuweisen hat. Die kultivierten Strecken erinnern an die wildern Gegenden Englands und liegen fast durchweg auf der Ostseite der Insel, die, von tiefen Buchten durchschnitten, eine Anzahl vor-Dalahue kleinerer Häfen darbietet, wie Chacao, Dalcahue, Castro, Chonchi u. s. w., während die felsige Westküste uch m ihre Klippen und Brandungen unzugänglich ist. Das dritte Depart. Quinchao umfaßt einen großen Teil der etwa 120 Inseln des C.⸗Archipels. Südlich davon liegen die Chonos-Inseln (s. d.). Das Klima ist oceanisch, feucht les fallen jährlich 1320 mm Regen), aber mild, leichförmig und gesund, frei von epidemischen rankheiten. ch. Mant Kohl und Gemüse gedeihen vortrefflich. Man baut Weizen, Gerste, Hafer, Hülsenfrüchte, Lein und Hanf. Der Viehstand, besonders an Schafen, ist nicht unbedeutend. Fisch- und Austernfang, Ackerbau, Holzarbeit und Schiffbau bilden die Hauptbeschäftigung der Bewohner. Sehr bedeutend ist auch die arm Bal Zur Ausfuhr kommen hauptsächlich Holz in Balken, Bohlen und Brettern, welche nach dem übrigen Chile und bis Peru gehen. — Entdeckt wurde die Ren und ihr ganzer Archipel 1558 von Garcia de Mendoza. Die Spanier waren von 1565 an in ruhigem Besitz des Archipels, bis zu Anfang des 19. Jahrh. unter den Inselbewohnern ein Aufstand ausbrach, der jedoch durch span. Waffen sehr bald gedämpft wurde. Als die Spanier nach der Schlacht am Maypu 1818 Chile verließen, setzten sie sich auf C. fest, das sie aber 1826 ebenfalls aufgeben mußten. Seitdem gehört C. zum Staate Chile. ö Die 1768 gegründete Hauptstadt Ancud oder San-Carlos de Ancud, zugleich Bischofssitz, an der Nordküste am Kanal von Chacao, hat eine höhere und eine Schiffahrtsschule, ein Seminar und einen guten Hafen und zählt (1875) 4366 E.