FeedChloritschiefer
NaturlehreBrockhaus 1882

Chloritschiefer, ein schieferiges Gestein, welches vorherrschend, zuweilen sogar ganz aus dem Mineral Chlorit (s. d.) besteht. Der meiste C. enthält, mit dem Chlorit verbunden, auch etwas Quarz oder Feldspat als wesentlichen Gemengteil, außerdem aber gewöhnlich sehr viele accessorische Mineralbeimengungen, z. B. Magneteisenerz, Eisenkies, Granat, Talk, Kalkspat, Dolomitspat, Strahlstein, Turmalin u. s. w.; mikroskopisch finden sich darin häufig noch Epidot, Titanit, Enstatit, Titaneisen, Apatit. Gewisse Varietäten des C. (3. B. von Dissentis in Graubünden, Chiavenna in Oberitalien) werden wegen ihrer großen Feuerbeständigkeit und leichten Schneidbarkeit zu Ofenplatten, Töpfen u. s. w. verarbeitet; diese hat man Topfstein, Lavezstein, Giltstein, Pierre ollaire, genannt. In den Schweizer, Salzburger und Tiroler Alpen, im Ural, in den Staaten Vermont und Massachusetts tritt der C. besonders häufig auf, überall als ein Glied der krystallinischen Schieferformation, schichtweise verbunden, mit Gneisen, mehr noch mit Glimmerschiefern und Phylliten.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 322Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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