FeedAbdampfen
TechnikBau-Lexikon 1881

Abdampfen, abdunsten, (Chem.) frz. évaporer, faire évaporer, engl. to evaporate, to make evaporate, flüssige, leicht in Dampf zu verwandelnde Stoffe von weniger flüchtigen trennen, wobei den in Dampf umgewandelten Flüssigkeiten der freie Abzug nicht nur gestattet, sondern in jeder Weise gefördert werden muß. Um das A. mit einem Minimum von Brennmaterial bewirken zu können, sind möglichst flache, nicht sehr tiefe Gefäße anzuwenden, welche einestheils der zuströmenden Wärme eine große Fläche darbieten, anderntheils einer großen Flüssigkeitsfläche die Berührung mit der Luft gestatten. Um den Abzug der mit dampfförmigen Wassertheilchen gesättigten Luft zu befördern, wendet man Abzugsschlote, auch wol Ventilatoren und das Umrühren der Flüssigkeit an, wodurch die dampfentwickelnde Fläche ebenfalls vergrößert wird. Das Ar ohne künstliche Erwärmung in freier Luft ist das eigentliche Verdunsten (s. d.). Das A. von Flüssigkeiten kann ferner auch ohne Erwärmung in luftverdünntem od. luftleerem Raum geschehen, z. B. in Zuckerraffinerien beim Einkochen der Zuckersäfte, sowie bei der Darstellung v. Fleischextrakt, kondensirter Milch u. dgl. M.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 1, S. 4Scan: Getty Research Institute (Internet Archive) · gemeinfrei

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