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BaukunstBrockhaus 1882

Chor, in der Kirchenbaukunst, heißt im Gegensatze zum Langhause derjenige Teil eines Kirchengebäudes, in welchem der Hauptaltar steht und der für die Priester bestimmt, während das Langhaus, meist aus mehrern Schiffen den Laien, der Gemeinde, eingeräumt ist. Beide Hauptteile eines Kirchengebäudes sind im Innern durch den Triumphbogen und auch äußerlich deutlich geschieden. Das C. liegt, einem alten Kultusgesetze Renel ⸗ stets gegen Osten; Ausnahmen von dieser egel sind sehr selten, und dann durch besondere lokale Verhältnisse bedingt. Es ist gewöhnlich um einige Stufen über das Langhaus befir heißt daher oft auch en seh C.v. Unter ihm befindet sich in ältern Kirchen sehr oft die dem Totendienst gewidmete Krypta. Das C. ist der wichtigste Teil eines Kirchengebäudes und als solcher stets auch am reichsten geschmückt. Besondere Sorgfalt verwendete man auf das C. zur Zeit der Herrschaft des got. Stils. Bei Klosterkirchen hat wegen der zahlreichen Mönche das C. oft eine im Verhältnis zum Langhause sehr bedeutende Größe. In späterer Zeit nannte man C. wohl auch die in das Langhaus hineingebauten Emporen mit Sitzplätzen, für einen Teil der Gemeinde, oder zur Aufnahme der Orgel, der Sänger, oder in Frauenklöstern zum Aufenthalt für die Nonnen. Im letztern Falle heißen sie Orgelchor, Sängerchor, Nonnenchor.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 342Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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