Christian VII., König von Dänemark und Norwegen, Herzog von Schleswig-Holstein, geb. zu Kopenhagen 29. Jan. 1749 aus der ersten Che König Friedrichs V., folgte seinem Vater 14. Jan. 1766 und vermählte sich 8. Nov. 1766 mit der Prinzessin Karoline Mathilde (s. d.) von England. Bald nach seinem Regierungsantritt zeigten sich schon bei ihm die ersten Spuren einer Geistesverwirrung, welche, durch frühe maßlose Ausschweifungen hervorgerufen, sich schnell verschlimmerte und ihn vollständig regierungsunfähig machte. Die Regierungsgewalt wurde in solcher Lage ein Spielball der Parteien. Zunächst erfolgte 1770 der Sturz des Grafen Johann Hartwig Ernst von Bernstorff (s. d.) und der andern alten Minister Friedrichs V., welche C. anfangs beibehalten hatte. afür erlangte der königl. Leibarzt Struensee (s. d.), begünstigt von der Königin, den entscheidenden Einfluß und ward bald zum Geh. Kabinettsminister und Grafen ernannt. Struensee begann in der Weise des damaligen aufgeklärten Despotismus zu reformieren und verletzte dadurch rücksichtslos sowohl die bestehenden Interessen wie auch das Nationalgefühl des dän. Volk. Des Königs Stiefmutter, Juliane Marie von Braunschweig, und sein Stiefbruder, Erbprinz Friedrich (geb. 1753, gest. 1805), benutzten den Haß gegen den Günstling, um Anhänger zu werben und eine Palastrevolution vorzubereiten. Am 17. Jan. 1772 ward Struensee gestürzt und verhaftet, zugleich mit ihm die Königin Karoline Mathilde, und gegen beide auf haltlose Vorwände hin eine Untersuchung wegen Ehebruchs eingeleitet, welche mit der Hinrichtung Struensees und der Ehescheidung der Königin (1772) endigte. Seitdem führten die Königin-Witwe und der Erbprinz, unter Beirat des Ministers Ove Höegh⸗-Guldberg, 12 Jahre lang das Staatsruder. In dieser Periode vollzog sich die vollständige Wiedervereinigung Schleswig-⸗Holsteins unter der königl. Linie, indem der gottorpische Anteil 1773 gegen die Grafschaften Oldenburg und Delmenhorst eingetauscht wurde und die letzte apanagierte Nebenlinie, Schleswig-Holstein-Glücksburg, 1779 erlosch. Im J. 1784 trat jedoch abermals eine Palastrevolution ein. Wenige Tage nach seiner Konfirmation verdrängte der Kronprinz Friedrich VI. (s. d.) 14. April 1784 den Oheim und die Stiefgroßmutter und übernahm selbst die Regierung. Der schwachsinnige C. starb 13. März 1808 zu Rendsburg, wohin man ihn das Jahr zuvor, beim Ausbruch des Kriegs mit England, der Sicherheit halber gebracht hatte.