FeedChristian II.
Sport & SpielBrockhaus 1882

Christian II., Kurfürst von Sachsen, Sohn des vorigen, geb. 23. Sept. 1583, dem Vater, außer in der Leidenschaft für Jagd- und Tafelfreuden, sehr unähnlich, von muskulösem Gliederbau, ungebildet, roh und von andern abhängig auch dann, als er der Vormundschaft entwachsen war, führte, geleitet von seiner Mutter und seinem Vormund, Herzog Friedrich Wilhelm von Sachsen-Altenburg, den Staat wieder in die starren Fesseln des „ tums und der Abhängigkeit von der österr. Politik zurück. Der Antritt seiner eigenen Regierung ward bezeichnet durch die Hinrichtung des Kanzlers Crell 1601), die Einführung des Religionseides auf die onkordienformel und andere reaktionäre Maßregeln. Mit Brandenburg unterstützte er Kaiser Rudolf gegen Matthias und trug dazu bei, daß den Böhmen der Majestätsbrief bewilligt wurde, erntete aber doch nicht den Dank, den er dafür vom Hause Habsburg in der Unterstützung seiner klevejulichschen Erbansprüche erwartet hatte. Er starb kinderlos 23. Juli 1611 an den Folgen eines kalten Trunkes, ein verschuldetes Land hinterlassend. Seine Gemahlin war Hedwig von Dänemark.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 359Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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