FeedChristian I.
GeschichteBrockhaus 1882

Christian I., Kurfürst von Sachsen, geb. 29. Okt. 1560, folgte als einzig überlebender von Ren Söhnen seinem Vater August I. 1588 in der egierung. Schwach an Körper und Charakter, aber von milder Gesinnung, abgewandt von der Starrheit des schroffen Luthertums, überließ er sich der Leitung seines Kanzlers Nikolaus Crell (s. d.), der die Herrschaft der orthodoxen Partei beseitigte, das Land von der österr. Gefolgschaft loslöste und Fühlung mit den reform. Glaubensgenossen, besonders dem Pfalzgrafen Joh. Kasimir, suchte. In diesem Sinne erneuerte C. 1587 das Erbbündnis mit Hessen und Brandenburg, nahm Teil an der Unterstützung der Hugenotten und seit 1590 an der Begründung eines deutschen Protestantenbundes gegen die kath. Partei im Reiche, starb aber schon 25. Sept. 1591, nachdem er seinen Körper durch Unmäßigkeit zerrüttet hatte. C. ist der Erbauer der — auf dem Königstein, und war überhaupt ein baulustiger, prachtliebender Fürst. Seine Gemahlin (seit 1582) Sophie von Brandenburg gebar ihm drei Söhne und zwei Töchter, deren eine, Sophie, Herzog Franz von Pommern heiratete, während die andere, Dorothea, Abtissin von Quedlinburg wurde.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 359Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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