Corbulo (Gnäus Domitius), ausgezeichneter röm. Feldherr, ein Bruder der Cäsonia (der letzten Gattin des Kaisers Caligula), ein Mann von altröm. Strenge, erwarb sich, seit etwa 46 n. Chr. in Untergermanien als Statthalter schaltend, namentlich 48 als energischer Feldherr bei den niederdeutschen Völkern einen gefürchteten Namen. Nach Ausbruch des Kriegs um die Oberhoheit über Armenien zwischen Rom und dem Partherkönig Vologäses I., wurde C. von Kaiser Nero 55 nach Asien geschickt. Zuerst als Legat von Galatien in Kappadocien, seit 60 als Legat von Syrien, seit 63 als Oberbefehlshaber in Asien, operierte er so geschickt, daß endlich Rom das entschiedene Übergewicht gewann. Im J. 63 oder 64 mußte der in Armenien operierende parthische PrinzTiridates die Oberhoheit des röm. Kaisers anerkennen. C.s Treue wurde jedoch bei Nero verdächtigt und letzterer rief ihn zurück, worauf C. in Kenchreä, dem Hafen von Korinth, sich in sein Schwert stürzte. Seine Tochter Domitia wurde später Gemahlin des Kaisers Domitian.