FeedChromatif (grch.)
MusikBrockhaus 1882

Chromatif (grch.), s. Farbenlehre. Ehromatisch (grch.), d. i. farbig, ist in der Musik der Gegensatz von diatonisch und bedeutet jetzt eine ausschließlich in Halbtönen (3. B. e, eis, d, dis, e, f, sis u. w.) fortschreitende Tonreihe, sowie jede einzelne halbtönige Fortschreitung fern sie nicht in der natürlichen (diatonischen) Tonleiter begründet ist. Letztere besteht aus 7 Tönen, die chromatische Tonleiter aus 12. In der griech. Musik, aus welcher der Begriff des hromatischen stammt, umfaßte dieselbe nur eine Tonreihe von vier Stufen (Tetrachord), die den Umfang einer Quarte hatte. Zwei chromatische Tetrachorde, die zusammen eine Oktave ausmachen, wären nach unserer Weise etwa so zu schreiben: 2, k, tis, a; h, o, eis, e. Bei dieser Fortschreitung wurde also der Ganzton (k-g, g-a u. s. w.) vollständig vermieden, dagegen das Intervall der kleinen Terz oder übermäßigen Sekunde gebraucht, und hierin besteht die Eigentümlichkeit der den Ii Chromatik. (S. Enharmonisch.) über den Unterschied zwischen chromatischen und diatonischen Halbtönen in der modernen Musik s. Diatonisch. In der Optik bezeichnet man dagegen mit chromatischer Aberration oder Abweichung eine bei Linsen vorkommende Randfärbung der durch letztere erzeugten Bilder, wodurch diese an Reinheit und Schärfe verlieren, mithin fehlerhaft werden. Dies kommt daher, weil ehiogen von verschiedener Farbe verschieden stark gebrochen werden, wodurch die entstehenden Bilder farbige Ränder erhalten. Letztere müssen nach Möglichkeit weggeschafft werden, wenn die Linsen taugen sollen. Linsenkombinationen, bei denen die chromatische Abweichung vermieden ist, heißen achromatisch (s. d.).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 373Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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