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GeschichteBrockhaus 1882

Chronik (Bücher der) werden nach dem Vorange des Hieronymus die beiden jüngsten Gesch tsbücher des Alten Testaments genannt, welche in der Septuaginta liche, teils angebliche Ergänzungsverhältnis zu den ältern Büchern Samuelis und der Könige, mit dem Namen der Paralipomena, d. i. Supplemente, bezeichnet sind. Nach der innern Anlage bilden sie nur Ein Buch, zerfallen aber in fünf Teile: 1) 1 Chron. 1—9, Geschlechtsregister; 2) Kap. 10—29, die Geschichte Davids, zum Teil 200 gleichlautend mit den Büchern Samuelis; 3) 2C chichte Salomos; 4) Kap. 10—28, die Geschichte es Reichs J während des ihm gegenüberstehenden Reichs des Reichs Juda nach dem Untergange Jsraels bis zum Ende des Exils. Schon der letztere Umstand weist dem Buche eine späte Entstehung zu. Weitere Spuren spätern Ursprungs sind die bis weit über die Rückkehr aus dem Exil (538) heruntergeführte Genealogie 1 Chron. 3, 19—24, die Rechnung nach pers. Münze, der Charakter der Rechtschreibung und Sprache howie der mythologische, die Thatsachen Aach den oft entstellende levitische Geist des Buchs. ach dem allen kann die C., wenn der Hauptsache nach auch im 5. Jahrh. geschrieben, doch nicht vor dem 4. Jahrh. v. Chr. zu ihrer endgültigen Gestalt ünnnand Nmali worden sein, was auch durch den mstand bestätigt wird, daß sie nur noch in dem Anhang des in der Hauptsache bereits abgeschlossenen jüd. Kanon Aufnahme finden konnte. Der histor. Wert des Buchs wird durch seine priesterliche Parteilichkeit, teilweisen Ungenauigkeiten und Mißverständnisse, sowie durch seine Übertreibungen gegenüber den Büchern Samuelis und den in den drei tzten Abschnitten vielleicht mitbenutzten Büchern der Könige sehr beeinträchtigt, und liegt nicht soohl in den wenigen glaubwürdigen Nachrichten über die Königszeit, die es aus jetzt verlorenen Quellen schöpft, als darin, daß es in seiner ganzen Auffassung der Vergangenheit ein treues Spiegelbild der in äußerm Formelwesen, abenteuerlicher Wundersucht und priesterlicher Engherzigkeit versunkenen Zeit ist, in welcher der unbekannte Verfasser der Hauptauelle desselben, vielleicht der Priester und Schriftgelehrte Esra (s. d.) geschrieben hat. Der Zweck des Buchs ist, durch die hierfür zurecht-Heichs nac Geschichte des davidisch-theokratischen eichs nachzuweisen, wie der levitisch-priesterliche Gottesdienst von jeher durch alle frommen Könige aufrecht erhalten und das Bleiben oder Nichtbleiben bei demselben die Bedingung des Glücks oder Unglücks im Volke Jsrael gwesen sei. Vgl. Bertheau, „Die Bücher der C.v (Lpz. 1873).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 375Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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