Chrysippus (grch. Chrysippos), berühmter stoischer Philosoph, 282 —209 v. Chr., der bedeutendste Systematiker dieser Schule, stammte aus Soli, nach andern aus Tarsos in Cilicien. Erst nach dem Verluste seines Vermögens soll er nach Athen gekommen sein und dort sich der Philosophie gewidmet haben. Er hörte hier den Stoiker Kleanthes, vielleicht auch Zenon und die Lehrer der Akademie, Arkesilaos und Lakydes, und lernte so die Einwürfe der Skeptiker gegen die stoische Lehre kennen. Hierdurch ward er um * mehr befähigt, die Verteidigung derselben zu übernehmen, wobei er oßen Scharfsinn und ausgezeichnetes Talent im isputieren bekundete. Letzteres bewährte er vorüglich in der Logik oder Dialektik. R5. der Ausren der einzelnen Teile der Philosophie verfolgte er die von Zenon und Kleanthes eingeschlagene Richtung. Die Logik ist ihm zugleich Erkenntnistheorie; sie bezieht r auf die Fähigkeit, das Wahre und Falsche zu unterscheiden, welche die Seele, die ursprünglich als eine leere Tafel zu betrachten sei, durch Auffassung und Bearbeitung der sinnlichen Wahrnehmungen entwickelt. In der Physik, als der Wissenschaft von der Natur und der ihr inwohnenden Gottheit, stellte er diese als thätiges Prinzip der leidenden Materie entgegen. Gott ist ihm die lebendige Weltseele, die Natur der Dinge, das Schicksal oder der notwendige Kausalzusammenhang und die Vorsehung. In der Ethik, als dem von ihm genauer behandelten dritten Teile seiner Philosophie, machte er die übereinstimmung des Lebens mit der vernünftigen Natur zum Grundsatze. C. soll über 700 Schriften, wahrscheinlich nur kleinere Abhandlungen, verfaßt haben, von denen jedoch nur wenige Bruchstücke übrig sind. Vgl. Petersen, XPhilosophiae Chrysippeae fundamenta (Altona u. Hamb. 1827). 60¹ ... (grch.), in Zusammensetzungen: