FeedCigöli (Ludovico Cardi da)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Cigöli (Ludovico Cardi da), einer der bedeutendsten Maler der spätflorentinischen Schule, wurde 1559 im Schlosse Cigoli in Toscana geboren und nahm sich als Künstler hauptsächlich Correggio und dessen Nachahmer Baroccio zum Vorbilde. Seinen naturgemäßen Darstellungen, bei denen ihm große anatom. Kenntnisse zu statten kamen, wußte er durch Anmut der Körperbildungen und ein schönes warmes Kolorit Reiz zu verleihen, wogegen sein Ausdruck sich oft ins Weichliche und übertriebene verliert. Von Clemens VII. nach Rom gerufen, malte er dort in der Peterskirche sein größtes Werk, die Geschichte des geheilten Lahmen. Besonders reich an Gemälden von seiner Hand ist Toscana. Als eins seiner bedeutendsten Werke ist hier die Marter des heil. Stephan zu nennen, welches Bild er 1587 für die Nonnen zu Monte-Domini ausführte und das sich jetzt in den Uffizien zu Florenz befindet. Ein anderes vorzügliches Gemälde, der alte Tobias, der den Engel beschenken will, ist aus Malmaison in die Eremitage nach Petersburg gekommen. Im Louvre befindet sich ein schönes ildchen der Flucht nach Agypten. Andere gute Bilder, unter ihnen das beste Eremplar des oft von ihm gemalten heil. Franciscus, 4 dieses sich im Palast Pitti. An der Vergrößerung ieses Palastes hat C. auch als Architekt gearbeitet, in welcher Eigenschaft er überhaupt unter der Regierung Cosmos II. vielfach beschäftigt war. So sind in Florenz die Loggia der Tornaquinci, der Hof des Palates Strozzi, der Palast Ranuccini nach seinen Zeichnungen erbaut. Man erkennt in denselben den RNuchahmer Michel Angelos. Seinen Unterricht in der Bau-Ekunst erhielt er von B. Buontalenti. Er schrieb auch eine Abhandlung über die Säulenordnungen. Die besten Stiche nach ihm sind von Dorigny, Fra Lorencini und Cecchini. C. starb 1613 zu Rom, wo er im Auftrage Pauls V. auch Entwürfe für % Teile von St. Peter geschaffen hatte. ist der Name einer Insektengattung aus der Abteilung der gleichflügeligen Halbflügler oder Schnabelekerfe (Hemiptera s. Khynchota), mit vier häutigen, ziemlich steifen, durchscheinenden, dachähnlich 1liegenden Flügeln, sehr kurzen, zwischen den weit vorstehenden Augen eingefügten, drei⸗ bis sechsegliederigen Fühlern und drei Nebenaugen. Die C. Jhaben einen plumpen Leib, sehr breiten und wenig flangen Kopf, weit über den Körper vorragende Verwar Sie durchlaufen nur eine unvollkommene erwandlung, da die Larven, welche sich unter der Erde uι sich nicht verpuppen, sondern zur rgefräßigen Nymphe werden. Die C. finden sich in 1den wärmern Gegenden, fehlen nicht ganz im mittilern Europa, leben auf Bäumen und legen mittels einer Legesäge die Eier in Baumrinden. Schon seit den ältesten Zeiten sind sie durch ihren sog. nmGesang bekannt, welcher in einem zirpenden, oft ermißt, sind unter K aufzusuchen. sehr scharfen und unermüdlich wiederholten Tone besteht. Das sog. Stimmorgan findet sich indes nur bei den Männchen, liegt an der Bauchseite unter einem Paar breiter Platten und besteht aus kleinen Höhlen, in deren Tiefe eine vielgefaltete Haut als Trommelhaut den Ton hervorbringt, indem diese durch ein sehniges Muskelbündel stark angespannt wird und beim Nachlassen des Muskelbündels wieder zurückschnellt. Die bekannteste und berühmteste Art ist die Eschen-Singeikade oder Manna-Cikade (C. Orni), welche im ganzen südl. Europa, der Schweiz und in Deutschland bis nach Franken und Thüringen hin vorkommt. Die Heuschrecken-Singeikade (C. septendecim) in Nordamerika soll nur alle 17 Jahre erscheinen, und ihr Larvenzustand soll 16 Jahre dauern. Die eigentlichen C. gelten als Typus einer großen Familie, zu welcher als Untergrupen die Leuchtzirpen (Fulgorina) mit aufgeblaener Stirn, wozu der sog. Laternenträger gehört, die Buckelzirpen (Membracina) mit aufgewulstetem Halsschilde und die vollkommen lautlosen, kein Stimmorgan besitzenden Kleinzirpen (Cicadellina) gerechnet werden. Zu letztern gehört die in Deutschland gemeine Schaumeikade (Cercopis spumaria), deren Larven den sog. Kuckucksspeichel hervorbringen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 397Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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