Coghetti (Franz), ital. Maler, geb. 4. Okt. 1804 in Bergamo, erhielt daselbst Unterricht durch Diotti und machte dann zu Rom unter Camuccini zwei Werte hindurch fleißige Studien, besonders an den Werken Rafaels. Seine eigenen Produktionen erfreuten sich alsbald einer glänzenden Aufnahme. Zwei Altarbilder, Mariä Opferung und Mariä Himmelfahrt, die er für seine Vaterstadt malte, erwarben ihm die Gunst Morlachis, der ihm die Ausmalung seiner Schloßkapelle und der großen Kuppel der Kathedrale übertrug. Als er mit diesen Arbeiten fertig geworden und wieder nach Rom zurückgekehrt war, malte er einen Salon der Villa Torlonia mit den Heldenthaten Alexanders aus. Der Fürst Torlonia war mit dieser Arbeit so zufrieden, daß er ihm auch die Ausschmückung seiner Villa in Castel-Gandolfo und seines Palastes in Rom auftrug; in ersterer kam der Triumph des Bacchus, eine Amazonenschlacht und die vier Elemente zur Darstellung, im zweiten die Fabel von Amor und Psyche und die großartige Komposition: Der Parnaß aller nin Männer. — den Hauptwerken des Künstlers die Fresken der Basilika von Savona; die Kartons dazu werden als stilvolle und vollendete Zeichnungen geschätzt. In Ol führte C. noch Vories aus ein Altarbild für die Kathedrale von Porto-Maurizio, eine Himmelfahrt Christi; ein zweites Altarbild, die Verurteilung des heil. Stephanus, brachte ihm den Titel eines Ritters des Sankt Gregor-Ordens ein. C. starb 23. April 1875. Er gehörte der strengen klassischen Kunstrichtung an, die, von dem Studium der alten Meister ausgehend, durch edle Zeichnung und feine Idealisierung die ital. Kunst zu ihrer alten Höhe zu erheben suchte. Er und sein Fachgenosse Podesti standen an der Spitze einer Schule, aus welcher namhafte Maler hervorgegangen sind, die aber neuestens in der Produktion Italiens dem ausgeprägtesten Naturalismus das Feld räumen mußte.