Doyen (Gabriel Frangois), franz. Maler, geb. zu Paris 1726, genoß den ersten Unterricht in der Schule der Vanloo. Nach seiner Rückkehr aus Italien, wo er von 1748 bis 1755 verweilt hatte, erregte er durch sein, vom Prinzen von Turenne angekauftes Gemälde «Der Tod der Virginiap großes Aufsehen. Für den Herzog von Parma entwarf er sodann zwei Bilder: Venus durch Diomedes verwundet, und Ulysses, den jungen Astyanax suchend. Diese Erfolge übertraf noch weit sein bedeutendstes Werk: Die Rettung der Stadt Paris durch die heil. Genoveva, jetzt in der Kirche des heil. Rochus daselbst. Im J. 1773 entstand das wie das vorige räumlich sehr große Bild: Tod des heil. Ludwig in Tunis, dann die Malereien in der Georgskapelle des Invalidenhotels. Im J. 1774 besorgte er die Dekorationen zur Krönung Ludwigs XVI. in Rheims, 1777 wurde er Hofmaler des Prinzen von Artois, dann Professor der Akademie, 1791 aber nahm er einen Ruf als Direktor der petersburger Akademie an. Hier zeugen noch Gemälde dieses Een sowie in der Eremitage von seiner Thätigeit, seine großen Fresken im Winterpalast sind beim Brande desselben 1838 zu Grunde gegangen. Man hat von ihm auch Porträts, so das des Dichters Crebillon. D. verfügt über große Kunst des Effekts, besitzt ein glänzendes Kolorit und zeichnet sich besonders in der Zeichnung verkürzter Formen aus. Nach ihm haben Parizeau, Charpentier und Bradel gestochen. D. starb zu Petersburg 5. Juni 1806. Dozsa Gpr.Doscha, Georg), Anführer des ungar. Bauernaufstandes im J. 1514, war von Geburt ein Szekler; er hatte sich im Derralb gegen die Türken ausgezeichnet und war deshalb vom König mit Landgut, mit dem Adel, Ehrenkleid und Säbel beschenkt worden. Ihm übertrug am 30. April 1514. der Kardinal-Primas Thomas Bakacs den Oberbefehl über das mter 5.3 gegen die Türken. Rasch. sammelten sich unter D.s Fahne gegen 40000 Mann, hauptsächlich Bauern, verarmte Edelleute, Priester und Mönche. Unter D. standen neun andere Hauptleute als Unterbefehlshaber. Der Adel und die hohe Geistlichkeit sahen mit wachsendem Unmut dieses Anschwellen der Bauernheere und widersetzten sich dem Zulauf ihrer hörigen Grundunterthanen, die damals wie überall in Europa ein sehr hartes Los zu tragen hatten. Dieser Widerstand reizte die Kreuzfahrer (Kurutzeno genannt, von cruz), und D. benutzte die ihm gewordene Macht zum Kriege egen die weltlichen und geistlichen Herren. Mitte Mai kündigte er von Czegled aus diesen den Vernichtungskrieg an. Es begann nun ein allgemeines Morden und Plündern, ein Sengen und Brennen; im ganzen Lande wurden die Adeligen von den aufständischen Bauern verfolgt und häufig unter furchtbaren Qualen getötet. D. zog mit seiner Abteilung nach Niederungarn; hier lieferte er den Truppen des temeser Grafen Stephan Bathory mehrere siegreiche Treffen, nahm eine Reihe fester Schlösser (Nagylak, Solymos, Vilägos, Lippa) weg und belagerte die Festung Temesvär. Hier aber wurde sein zusammengelaufenes Bauernheer von den Banderien des siebenbürg. Wojwoden Johann Szapolya vernichtet, er selbst nach tapferer Gegenwehr gefangen (Ende Juli). D. wurde auf einen glühend gemachten eisernen Thron gesetzt, aufs Haupt ihm eine ebenfalls glühende eiserne Krone, in die Hand ein solches Scepter gedrückt und er dann mit glühenden Zangen gepeinigt; ja man zwang seine ausgehungerten Mitgefangenen, daß sie von dem halbverbrannten Fleische ihres Anführers aßen. Infolge des Bauernaufstandes wurde der ungar. Bauer zu vollständiger Hörigkeit verurteilt. Baron Joseph Cötvös hat diesen Aufstand zum Stoffe seines Romans Magyarorszäg 1514 beno (d. i. Ungarn im Jahre 15145) gewählt.