Cirkumpolarsterne nennt man diejenigen Sterne, welche für einen Beobachtungsort nicht untergehen. Alle Sterne bewegen sich auf Parallelkreisen, Kreisen, die dem Aquator parallel sind. Wenn nun der Himmelspol nicht mit dem Zenith des Beobachtungsortes zusammenfällt, so ist auch der Aquator gegen den Horizont geneigt und zwar ist der Neigungswinkel so groß wie der Winkelabstand des Pols vom Zenith. Alle Sterne, deren Parallelkreise vom Aquator nach dem Pol zu weiter entfernt sind, als dieser Winkel beträgt, gehen für den betreffenden Beobachtungsort nicht unter. Unter dem Nordpol der Erde, wo Zenith und nördl. Himmelspol Iese nardeinn sind alle Sterne, deren Parallelkreise nördlich vom Aquator liegen, C.; unter dem Aquator, wo die Himmelspole im Horizont liegen, der Winkelabstand vom Pol zum Zenith also 90“ beträgt, gibt es keine C.; in Leipzig, wo die Entfernung des Nordpols vom Zenith 38° 40, ist, sind alle Sterne, deren nördl. Deklination Abstand vom Aquator) größer als 38 40 ist, C. Die C. passieren zweimal im Laufe eines Tags die Ebene des Meridians, einmal wenn sie ihren höchsten Stand über dem Horizont erreichen, in oberer Kulmination, einmal wenn sie ihren niedrigsten Stand erreichen, in unterer Kulmination. Die Beobachtung der C. ist in vieler Beziehung für die Astronomie von großem Vorteil, so zur Bestimmung der Refraktion, der geogr. Breite, der Aufstellungsfehler der astron. Instrumente u. dgl. m. In der beistehenden Figur bezeichnet HR den Horizont, + das Zenith, Aden Aquator,P den Nord-DD Parallelkreise, welche im Laufe eines Tages von Fixsternen beschrieben werden. Alle Sterne, deren Parallelkreise dem Nordpol näher sind als der Kreis BR, dessen Abstand vom Aquator BA AI-P, gehen nicht mehr unter und sind C. ö