Citrus L., Pflanzengattung aus der Familie der Rubiaceen. Man kennt davon fünf Arten, welche jedenfalls im tropischen Asien nhegende sind, durch Kultur aber über alle wärmern Gegenden verbreitet wurden, weshalb es auch eine große Anzahl durch die Kultur entstandene Varietäten gibt. Sie haben abwechselnde, lederartige, immergrüne, von Oldrüsen strotzende, ganze, am Grunde gegliederte Blätter und verschiedenartig angeordnete Blüten mit krugförmigem, meist fünfzähnigem Kelch, fünf-bis achtblätteriger, weißer Blumenkrone, deren Blätter ebenfalls Oldrüsen enthalten, 20—60 in mehrere Bündel verwachsenen Staubgefäßen und einem einzigen freien Fruchtknoten, welcher einen säulenförmigen Griffel mit halbkugeliger Narbe trägt und sich in eine meist große, beerenartige Frucht umgestaltet (Orangenfrucht), die von einer äußerlich meist gelben und fleischigen, von Oldrüsen wimmelnden, nach innen zu lederartigen oder pelzigen, zähen Schale umgeben ist und inwendig 6—12 mit großen, spindelförmigen Saftzellen erfüllte Fächer enthält, in denen meist mehrere Samen liegen. Letztere enthalten mehrere Keime, weshalb aus jedem einzelnen Samenkorn beim Keimen gleichzeitig meh—⸗ rere Pflänzchen hervorwachsen. Die Orangenbäume sind im wärmern Asien einheimisch und mehrere dort seit undenklichen Zeiten kultiviert worden, weshalb bei diesen die ursprüngliche Heimat mit Sicherheit nicht ermittelt werden kann. Die wichtigsten Kulturarten sind: 1) C. Aurantium L., der Orangenbaum im engern Sinne, welcher geflügelte Blattstiele und kugelige Früchte hat. Varietäten dieser Art sind der gemeine oder bittere Pomeranzenbaum, C. Aur. vulgaris Risso (C. Bigaradia Duham.), der Apfelsinenbaum, C. Aur. Sinense Risso (C. dulcis L.) und der Pompelmus⸗ oder Adamsapfelbaum, C. Aur. decumana (C. decumana L.). Von jeder dieser drei Varietäten gibt es eine große Anzahl von Spielarten und Sorten mit Früchten von sehr verschiedener Form, Größe, Farbe und verschiedenem Wert und Geschmack. (Näheres unter Orange.) 2)C. medica L., der Citronenbaum, durch ungeflügelte Blattstiele und längliche, eine Spitze tragende Früchte von voriger Art unterschieden. Zu dieser Spezies gehören als Abarten: der eigentliche Citronen-oder Limonenbaum, C. Limonium Risso (C. medica var. Limonium), der Citronenbaum, C. medica Rissο(C. medica L. var. Cedra), der Limettenbaum, C. Limetta Eisso (C. medica var. Limetta), und der Bergamottenbaum, C. Bergamia EKisso (C. Aurantium var. Bergamia), welcher von manchen auch zu C. Aurantium gerechnet wird. Auch von diesen Varietäten kennt man zahlreiche Sorten und Formen. Diese Orangeriebäume werden auch bei uns als Zierbäume vielfach kultiviert, und verdienen dies im hohen Grade, da sie wegen ihrer immergrünen Belaubung, ihrer wohlriechenden Blüten und Blätter und ihrer goldenen Früchte zu den schönsten Zierden des Pflanzenreichs gehören. Sie müssen aber in der kältern gemäßigten Zone im Kalthaus (nach ihnen auch Orangeriehaus genannt) oder im Zimmer überwintert werden. Die Orangeriebäume schlagen die Wurzeln meist sehr oberflächlich in der Erde, weshalb man sie nicht zu tief in den Boden setzen darf. Sie lassen sich leicht durch Samen vermehren, haben aber einen sehr langsamen Wuchs, weshalb sie auch ein sehr hohes Alter erreichen. (Das rt über ihre Kultur s. Orangerie.) Außer den Varietäten der genannten beiden Arten werden verschiedene andere zur Zierde kultiviert, z. B. C. japonica Ih½g9. aus Japan, ein Strauch mit dornigen Zweigen, ovalen Blättern, geflügelten Blattstielen und kirschengroßen Früchten, C. nobilis Lour. aus China, ein dornenloser Baum mitstarkriechenden lanzettförmigen Blättern, ungeflügelten Stielen und kugeligen, dunkelorangeroten, sehr wohlschmeckenden Früchten (nach andern bloß eine Abart der Apfelsine), C. angulata MIIId. aus Amboina, ein Baum mit ovalen, spitzen Blättern, ungeflügelten Stielen und ovalen Früchten von der Größe einer kleinen Haselnuß, u. s. w.