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PflanzenreichBrockhaus 1882

Citrone (fructus Citri der Pharmakopöe) ist die Frucht des Citronenbaums, Citrus medica L., welcher wahrscheinlich im tropischen Asien seine Heimat hat, seit Jahrhunderten aber bereits auch in Südeuropa, namentlich in Italien (hier seit mehr als 1800 Jahren), Sicilien, Spanien und Portugal, jetzt auch in den wärmern Ländern aller übrigen Erdteile in großem Maßstabe in vielen Varietäten und Sorten angebaut wird; man unterscheidet mehrere Abarten, die zum großen Teil jedenfalls als durch Kultur entstandene Varietäten aufzufassen sind. (S. hierüber Citrus.) Er ist ein überaus stattlicher Baum von 10— 18 m Höhe, mit glattem, schön graubraunem Stamme und vielfach verzweigter, reich belaubter, doch ziemlich unregelmäßiger Krone. Seine Blätter sind länglich, beiderseits zugespitzt, gekerbt, mit durchscheinenden Oldrüsen bestreut und mit einem ungeflügelten Stiele versehen. Die einzeln oder traubig am Ende der Zweige stehenden Blüten haben einen niedrigen, fast schüsselförmigen Kelch, welcher, wie auch die Außenfläche der Blumenblätter, purpurfarben zu sein pflegt. Die längliche, an beiden Enden mit einer Zuspitzung versehene Frucht, welche über Hem Länge erreicht und 10—15 Fächer enthält, besitzt eine gelbe Daltemn verte dünne, glatte, mit zahlreichen olbehältern versehene Schale von aromatischem Geruch und gewürzhaft bitterm Geschmack, unter welcher eine weiße, schwammig-lederartige, fast geruch- und geschmacklose Schicht liegt, und einen sehr sauern, art zusammenziehend schmeckenden Saft. In Südeuropa werden diese Früchte Limonen genannt, der engl. Name der C. ist lemon. Die zur Ausfuhr bestimmten werden vor ihrer vollkommenen Reife abgenommen, mit Seiden-oder Löschpapier, wohl au mit Werg umwickelt, in Kisten oder in Fässer verpackt und so versandt. Der Citronenbaum blüht fast das ganze Jahr hindurch, sodaß man bei ihm oft Blüten, grüne und gelbe Früchte beisammen findet. In Südeuropa wird die erste Ernte oder Schnitt von Ende Juli bis Mitte September, die zweite im November, die dritte im Januar gemacht. Nach Deutschland kommen die meisten C. aus Sicilien (Messina), vom Gardasee (Gardeser), von Genua und den neapolit. Küstengegenden, aus Malaga in Spanien, aus der Lombardei, von Roveredo in Südtirol, aus Nizza, Triest, Fiume u. s. w. Sicilien allein versendet jährlich an 30000 Kisten à 440 Stück. Im allgemeinen sind die dünnschaligen am saftigsten und am meisten geschätzt, doch sind sie meist weniger haltbar als die dickschaligen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 417Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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