Clauzel geschrieben, franz. Marschall, geboren 12. Dez. 1772 zu Mirepoix im Depart. Aridge, ward 1791 Offizier, nahm im folgenden Nalio den Abschied und wurde Kapitän in der Nationallegion der Pyrenäen, wo er als Adijutant des Generals Perignon 1794 und 1795 die Feldzüge in den Pyrenäen mitmachte. C. wurde 1798 Stabs ef der ital. Armee und befehligte bereits 1799 in Italien eine Brigade. Mit Leclere ging er 1801 nach San-Domingo, nahm Port de Paix und Fort Dauphin, kehrte 1802 nach Frankreich zurück, wurde 1804 Divisionsgeneral bei der Nordarmee und zeichnete sich dann 1809 in Illyrien aus. Am ruhmvollsten jedoch kämpfte er seit 1810 in Spanien, wo er 1812 den Oberbefehl über die Armee von Nordspanien erhielt. Mit großer Umsicht deckte er nach der Schlacht von Vittoria den Rückzug bis Pamplona, wo er unter Soults Befehle trat. Schon vorher hatte er bei der Belagerung von Astorga und im Gefechte bei Sobral glänzende Beweise seiner Tapferkeit und Umsicht geliefert, und im März 1813 übernahm er an Stelle Caffarellis das Kommando in Navarra gegen Mina. Ludwig XVIII. ernannte ihn 1814 zum Generalinspektor der Infanterie. Dennoch erklärte sich C. bei Napoleons Rückkehr sogleich für diesen und leistete den wiederkehrenden ourbons den kräftigsten Widerstand. Die Ordonnanz vom 24. Juli 1815 erklärte auch ihn für einen Verräter an König und Vaterland. Er floh nach Nordamerika, wo er bei Mobile eine Pflanzung anlegte und eine Rechtfertigung seines polit. Lebens herausgab, kehrte aber amnestiert 1820 nach Frankreich zurück, um eine Zurücknahme des kriegsgerichtlichen Spruchs, der ihn 1816 in contumaciam zum Tode verurteilt hatte, 1 bewirken, was ihm auch gelang. Nach der Julirevolution erhielt er 2. Sept. 1830 für Bourmont das Kommando von Algier, wo er im November von Medeah aus den siegreichen Zug über den Atlas unternahm, wofür er 1831 zum Marschall erhoben wurde. Mißverständnisse mit dem Kriegsminister veranlaßten Anfang 1831 seine Zurückberufung nach Frankreich, wo er, zum Deputierten erwählt, in der Kammer zur Opposition gehörte und für die Kolonisation Algeriens auftrat. Als 1835 diese endlich beschlossen war, wurde C. abermals zum Generalgouverneur in Algier ernannt, jedoch 1837 wieder abberufen, obgleich er gegen Abd-el-Kader in den Expeditionen gegen Maskara und Tlemsen, sowie im Nov. 1836 gegen Konstantine ziemlich erfolgreich operiert hatte. Als Deputierter seit 1838 wiedererwählt, blieb er der Opposition treu. Er starb auf seinem Schlosse Secourieu bei Toulouse 21. April 1842. Sein Verhalten 1815 und seine Verwaltung in Algier hat er in der Broschüre Explication du Maréchal C.» (Par. 1837) verteidigt.