Claudius von Turin, aufgeklärter Theolog des 9. Jahrh., von Geburt Spanier, Schüler des Jadn von Urgellis, zuerst Lehrer an der Hofschule zudwigs des Frommen, ward um 820 Bischof von Turin mit dem Auftrag, den dort eingerissenen Aberglauben, vor allem den Bilderdienst auszurotten. Er unterzog sich dieser Aufgabe mit großem Eifer, und wurde durch sein Drängen auf persönliche Gemeinschaft des Christen mit Gott dahin geführt, die röm. Lehre von der Verdienstlichkeit der guten Werke, der Fürbitte der Heiligen, der besondern Heiligkeit des Mönchslebens und der Autorität des Papstes zu bestreiten. Deswegen von seinem Freunde, dem Abt Theodemir, vor Ketzereien gewarnt, schrieb er zu seiner Verteidigung: Apologeticum atque rescriptum adversus Theutmirum abbatemo (828). Außerdem verfaßte C. Kommentare zu fast allen biblischen Büchern. Es sind dies bloße Catenen aus den Schriften des Hieronymus, Augustin, Hilarius, Beda u. a. Von sämtlichen Schriften des C. sind nur unbedeutende Bruchstücke auf uns gekommen. C. starb 839. Vgl. Reuter, „Geschichte der religiösen Aufklärung im Mittelalterv (Bd. 1, Berl. 1875). lob Samuel).