Clemens August, Kurfürst von Köln, geb. 1700, Sohn des bayr. Kurfürsten Max Emanuel, Neffe und Nachfolger seines Oheims Clemens Jon dem kölner Erzstuhl, erwarb, nachdem er in Rom seine Studien vollendet hatte, im Alter von 19—28 J. nacheinander die Stifter Paderborn, Münster, Köln (1723), Hildesheim und Osnabrück, ferner die Dompropstei in Lüttich und die Großmeisterwürde des Deutschen Ordens, mithin den größten Territorialbesitz im nordwestl. Deutschland und eine von den großen Mächten viel umworbene, in der allgemeinen Politil nicht unbedeutende Macht, die er meist dem Interesse des bayr. Hauses dienstbar machte. So schloß er sich seinem Bruder Karl Albert (s. d.) 1. Sept. 1726 in dem Schutzbündnis mit Ssterreich an und folgte diesem, als Bayern wieder in die franz. Politik einlenkte. In dem Polnischen Erbfolgekriege standen beide Brüder auf der Seite Frankreichs, auch nachdem Ssterreich im März 1734 das Reich zur Kriegserklärung gegen Ludwig XV. vermocht hatte. Als 1740 der bayr. Kurfürst unter dem Namen Karl VII. die kaiserl. Krone unter franz. und preuß. Protektion annahm, trat C. bei der Wahl und im Kriege für ihn ein, bis ihn die drohende Nähe der engl.⸗österr. Armee, zu der noch hess. und hannov. Kontingente stießen, zu einem Neutralitätsvertrage zwang, der später sogar in Bundesgenossenschaft verwandelt wurde. So kam C. 1744 dahin, den Franzosen im Verein mit den engl.⸗deutschen Truppen den Durchzug nach Hannover zu versperren. Als nach dem Tode Karls VII. (20. Jan. 1745) Bayern mit Osterreich Frieden machte, gab auch C. Franz I. seine Kurstimme zur röm. Kaiserwürde. Bald aber ließ er sich wieder durch die franz. Einflüsterungen und Geldversprechungen gewinnen und verharrte bis zum Frieden von Aachen (1748) in einer Winnader wohlwollenden Neutralität. Die Umwandlung der allgemeinen Lage durch die Abwendung Maria Theresias von England und ihren Übertritt zur franz. Allianz führte auch C. zu dem neuen Bündnis und zur Teilnahme an dem Siebenjährigen Kriege und dadurch zur gänzlichen Verarmung seines Staats und Landes, in dem die franz. Generale nißt, sind unter K aufzusuchen. wie die Herren schalteten. Um dem Elend aus dem Wege zu gehen, hatte sich C. auf den Weg nach München gemacht, als ihn 6. Febr. 1761 in Ehrenbreitstein ein Herzschlag tötete. Eine Reihe von Bauwerken in den Stiftlanden, das bonner Residenzschloß (jetzt Universität), das er fertig baute, das Koblenzer Thor in Bonn, das poppelsdorfer Schloß erinnern noch heute an das Wirken des