Cognae, altertümliche und enggebaute Stadt im franz. Departement Charente und am linken Ufer der Charente, an der Charentebahn, 51 km westlich von Angouléême, Hauptort eines Arrondissements, im ehemaligen Angoumois, in einer anmutigen Gegend gelegen, hat ein Tribunal erster Instanz, ein Handelsgericht, ein Kommunal-Collége, ein Gefängnis, ein Hospiz, ein Wohlthätigkeitsbureau und ein altes, jetzt als Branntweinmagazin benutztes Schloß, in welchem Franz I. 12. Sept. 1494 geboren wurde, dem hier 1864 eine eherne Reiterstatue errichtet wurde, und zählt (1876) 13 811, als Gemeinde 14900 E., welche Eisenhämmer und Hohöfen unterhalten, den berühmten Franzbranntwein produzieren, der im Handel Cognac (s. d.) heißt, Getreide⸗- und Weinbau und sehr bedeutenden Handel mit Cerealien, Vieh, Trüffeln und besonders mit Weingeist und Branntwein treiben, wofür die Stadt der Hauptstapelplatz der Charente-Departements ist. — C., im Mittelalter Coniacus, dann Coignac genannt, hatte früher eigene Herren und wurde zu Saintonge gerechnet. Im 12. Jahrh. kam es als eigene Grafschaft an die Grafen von Angoumois, 1515 an die Krone. Am 22. Mai 1526 schloß hier Franz I. mit Heinrich VIII. von England, dem Papste, Venedig und Mailand ein Bündnis, die Heilige Ligue, gegen Kaiser Karl V. C. wurde 1562 von den Hugenotten erobert, 1569 von dem Herzog von Anjou und 1651 vom Prinzen von Conde vergeblich belagert. Cognae oder Fran branntwein heißt der nach der Stadt Cognac 6. d.) benannte, aus Wein Jdestillierte franz. Branntwein, welcher in Frankreich tselbst ausschließlich Trois-six (nach den Alkoholprozenten) und Eau de vie genannt wird. Der C. ist einer der feinsten und gehaltreichsten Branntweine mit edlerm Aroma als der Rum. Seinen Geschmack und seine Blume verdankt er dem mit überdestillierenden ätherischen Weinöl, welches mit Essigäther in dem gewonnenen Alkohol aufgelöst enthalten ist. Dargestellt wird der C. aus den leichten, nicht haltbaren Brennweinen (Vins de chaudière). Nicht zu verwechseln mit dem echten Weinbranntwein ist der Tresterbranntwein aus Trub und Kelterrückständen, der viel herber und weniger angenehm schmeckt und bedeutend unter dem Preise rmißt, sind unter K aufzusuchen. des C. steht. Der C. wird, wie edler Wein, mit e dem Alter stets feiner und milder, sodaß er zuletzt [ wie ein überaus edler, durchgeistigter Wein [l chmeckt. Vielfach ahmt man den C. Zu nach, f meistens aus Kornbranntwein mit einem Zusatz von d Cognacöl (s. d.). Frankreich ist das einzige Land, l welches den C. im großen erzeugt und damit einen bedeutenden Handel treibt. — den letzten Jahren [! ist die Fabrikation des C. infolge der durch die Reblaus in den franz. Weingärten angerichteten Verwüstungen bedeutend zurückgegangen und dadurch sind die Preise für feinen, milden C. so gestiegen, daß sie denen der feinsten Weine gleichkommen oder sie übertreffen. Der bei weitem größte Teil des jetzt im Handel befindlichen C. ist ein schlechtes Kunst-Ahnlich welches mit echtem C. kaum entfernte