FeedColchiein
NaturlehreBrockhaus 1882

Colchiein C IIONO; ist der von Pelletier und Caventou entdeckte Giftstoff der Herbstzeitlose (Colchicum autumnale). Das C. findet sich in allen Teilen der Pflanze, am reichlichsten jedoch im Samen. Aus diesem erhält man es durch Extraktion mit Alkohol, das Exträkt wird bis zur Entfernung des Alkohols verdampft, der wässerige Rückstand wird mit kohlensaurem Kali versetzt, wobei unreines C. gefällt wird. Dieses wird in verdünnter Säure gelöst, vom Harz und Fett abfiltriert und von neuem mit kohlensaurem Kali gefällt. Das C. bildet 0 ein amorphes, Duteem Geschn Pulver, ist eruchlos, von intensiv bitterm Geschmack. Leicht öslich in Wasser, Alkohol, Chloroform, Benzol, läßt es sich den wässerigen Lösungen durch Ausschütteln mit Chloroform entziehen. Es • ehr schwach basische Eigenschaften; seine Salze sind kaum bekannt und sind ungemein leicht Losu ar. Zum Nachweise des C. schüttelt man die Lösungen mit Chloroform aus, läßt das Chloroform verdampfen und versetzt die eine Hälfte des Rückstandes mit konzentrierter Salpetersäure, die andere mit Schwefelsäure. Bei Gegenwart von C. wird die Probe durch Salpetersäure violett oder blauviolett, durch Schwefelsäure gelbbraun gefärbt. Die bisweilen aufgestellte Behauptung, daß das C. als Hopfensurrogat in der Bierbrauerei Verwendung finde, ist nicht erwiesen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 493Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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