FeedColin (Alexander)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Colin (Alexander), berühmter Bildhauer, wurde u Mecheln 1526 geboren und 1563 von Kaiser Ferdinand I. nach Innsbruck berufen, wo er den größten Teil der Reliefs an dem Mausoleum Maximilians J. in der Hofkirche mit vollendeter Meisterschaft ausführte. (S. unter Innsbruck.) Nach der Vollendung dieses Monuments ließ er sich in Innsbruck nieder und wurde DrStenrbereae Ferdinands J. und dessen Sohnes, des Erzherzogs Ferdinand von Tirol. Letzterer ließ sich noch bei seinem Leben ein schönes Grabmal von ihm anfertigen. Es bildet in der sog. Silbernen Kapelle der Hof- oder Franziskanerkirche einen in die Kirchenmauer gebrochenen Bogen, der mit schwarzem Marmor verkleidet ist. Unter diesem Bogen liegt das marmorne lebensgroße Bild des Fürsten im Prunkgewande und mit zusammengelegten Händen auf einem Trauergerüst von gelblichem Marmor, rings um dasselbe die Wappen der verschiedenen Länder und an der Hauptwand der Nische das große Wappen, alle in prachtvoller Mosaik ausgefuührt; vier große Marmortafeln zu den Seiten des Bogens enthalten die wichtigsten Thaten des Fürsten in erhabener Arbeit. Der Künstler vollendete noch viele andere, vorzüglich Grabmonumente. So das Denkmal von Philippine Welser von Augsburg (gest. 1580), Ferdinands erster Gemahlin, ebenfalls in der silbernen Kapelle, mit zwei Reliefs; den Grabstein des Bischofs Nas (in der Hauptkirche), mit dem lebensgroßen Bilde des Prälaten u. s. w. Endlich ordnete er seinen eigenen Grabstein auf dem Gottesacker zu Innsbruck an, mit einem Basrelief, das die Erweckung des Lazarus vorstellt und wahrscheinlich von einem seiner Söhne ausgearbeitet wurde. Von C. rühren auch manche Werke der Kleinkunst in Holz und Elfenbein her, von denen die Ambraser Sammlung in Wien Bedeutendes enthält. C. starb 17. Aug. 1612.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 501Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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