Celtes (Konrad), richtiger Celtis, einer der thätigsten Gelehrten, welche gegen das Ende des 15. Jahrh. das Studium der klassischen Litteratur in Deutschland verbreiteten, war zu Wipfeld bei Würzburg 1. Febr. 1459 geboren und hieß eigentlich ½½% (Meißel). C. wurde von einem Mönche im esen, Schreiben, Latein und Religion unterrichtet und ging hierauf nach Köln, wo er sich den Studien zuwendete. In Heidelberg bildete sich C. seit 1483 unter Rud. Agricola zum Philologen und lat. Dichter und trat dann als Privatlehrer auf den Universitäten zu Erfurt und Leipzig auf. In Leipzig kam er in Gunst bei dem uf ain Friedrich dem Weisen, der ihn mit sich auf den Reichstag nach Nürnberg nahm, wo ihn Kaiser Friedrich III. mit eigener Hand zum Dichter krönte (1487). Hierauf weilte er noch kurze Zeit in Leipzig, lehrte dann in Rostock und unternahm um 1488 eine Reise nach Italien, wo er die berühmtesten Gelehrten hörte. Nach seiner Rückkehr durch Deutschland hielt er sich zwei Jahre in Krakau auf und machte von hier aus mehrere Ausflüge an die Ostsee. Von Krakau, wo er durch Albert Brutus mit der Astronomie und Astrologie bekannt geworden, ging er nach Prag, Nürnberg und Regensburg. Im J. 1492 erhielt er die Erlaubnis, auf der Universität zu Ingolstadt Rhetorik zu lehren. Seine Reiselust trieb ihn aber auch von hier bald wieder weg. Er ging nach Wien, dann nach Regensburg und 1493 über Heidelberg nach Mainz, von wo aus er wesentlichen Anteil an der Gründung der Rheinischen Gesellschaft nahm, die durch ihn bald großen Ruf erhielt. In Mainz blieb er bis 1494, wo er als ordentlicher Lehrer der schönen Wissenschaften nach Ingolstadt zurückberufen wurde. Erst 1497 fand er eine bleibende Stätte in Wien, indem ihn hier Kaiser Maximilian I. zum Lehrer der Dichtkunst und Beredsamkeit an der Universität ernannte. Er bereicherte die kaiserl. Bibliothek mit wertvollen griech. und lat. Werken, Himmelskugeln und Landkarten, betrieb die Veröffentlichung der Handschriften in den Klosterbibliotheken und suchte namentlich den Adel für die Wissenschaften zu gewinnen. Von 1498—99 unternahm er auf Kosten des Kaisers eine Reise durch Norddeutschland, die sich dann weiter bis nach dem skandinav. Norden erstreckte. Nach seiner Rückkehr wurde auf seinen Betrieb vom Kaiser unter dem 31. Okt. 1501 das Collegium postarum für Dichtkunst, Beredsamkeit und mathem. Wissenschaften gegründet und 1. Febr. 1502 eingeweiht, er selbst aber zum Vorsteher desselben ernannt. Seine übrigen Lebensjahre verlebte er in reger Thätigkeit; er veranstaltete die ersten theatralischen Vorstellungen bei Hofe, auch machte er noch mehrere Reisen. Auf nißt, sind unter K aufzusuchen. seiner letzten fand er im Kloster Tegernsee die alte röm. Reisekarte, welche er Konr. Peutinger (s. d.) schenkte. C. starb 4. Febr. 1508. Er hinterließ eine Geschichte und Beschreibung von Nürnberg, ein Gedicht ber die Lage und Sitten Deutschlands, mehrere philos., rhetorische und biographi che Werke und eine Menge Gedichte, in denen er sich als lücklichen Nachahmer des ibull und Horaz zeigt. Auch hat er die erste Ausgabe der Werke der gandersheimer Nonne Roswitha veranstaltet, eine Publikation, die von Aschbach (eRoswitha und Konrad C.v, 2. Aufl., Wien 1868) mit Unrecht als eine Fälschung bezeichnet worden ist. Von andern Philologen seiner Zeit unterschied er uch dadurch, daß er das Studium der Sprachen nicht als Zweck, sondern nur als Hilfsmittel zum Anbau der Realwisjenschaften betrieb, unter denen er Geschichte, Statisti* und Topographie besonders liebte. Vgl. Klüpfel, De vita et scriptis Conr. C.„ (herausg. von Zell, 2 Bde., Freiburg 1827) Aschbach, »Die frühern Wandersäßie des Konrad C.v (Wien 1869). eltidéen (Celtidéae), s. Urticaceen. Oeltis L., Name einer schon den Alten bekannten Baumgattung aus der Familie der Celtideen, einer Unterabteilung der Urticaceen. Die Celtis-Arten haben cbwechselade, gestielte, ganze, gesägte, am Grunde schiefe und oben zugespitzte, rauhe Blätter, kleine, einzeln oder gebüschelt siehende Blüten mit fünf⸗ oder sechsteiligem Perigon und tragen beerenförmige Steinfrüchte, deren eischige Hülle eßbar ist, doch fade schmeckt. Es gibt gegen 50 Arten, die durch die Tropenzonen und den wärmern Teil der gemäßigten Zone ut der sind. Am bekanntesten und berühmtesten ist der in Südeuropa und Nordafrika wild wachsende, daselbst auch hauftg angepflanzte C. australis L., welcher Baum in Tirol, wo er noch gut gedeiht, Zürgelbaum genannt wird. In Spanien bedient man sich desselben allgemein zur Bepflanzung von terrassierten und bewässerten Abhängen, indem seine weit ausstreichenden Wurzeln das lose Gerölle und Erdreich befestigen, und pflanzt häufig Weinreben daneben, welche sich an den Stämmen empor und von Krone zu Krone schlingen. Sein schweres, festes, feinsaseriges Holz wird noch jetzt, wie ehedem in Alerandria, zur Verfertigung von Flöten benutzt, außerdem noch zur Herstellung von Bildhauerarbeiten, auch zu Peitschen, Spazierstöcken, Wagendeichseln u. s. w. verwendet. Im Altertum war dieser Baum unter dem Namen des libyschen Lotos berühmt. Er erreicht ein hohes Alter und dann riesige Dimensionen. Eine nordamerik. Art, C. occidentalis I., der europäischen La ähnlich, aber aus einem kältern Klima stammend, sieht man nicht selten in Gärten und Parkanlagen; das Holz derselben wird zu ähnlichen Zwecken benutzt wie das von C. australis.