Creuz (Friedr. Karl Kasimir, Freiherr von), Dichter und philos. Schriftsteller, geb. zu Homburg vor der 27 24. Nov. 1724, wurde, ohne eine Universität besucht zu haben, bereits im 22. Lebensjahre Hofrat der Regierung von Homburg und 1751 erster Staatsrat. Sein Eifer für Homburg, den er in der von ihm mit großer Gewandtheit seit 1749 geführten Streitsache zwischen Homburg und Hessen-Darmstadt gezeigt hatte, zog ihm 1755 eine einjährige Haft auf einer darmstädtischen Festung zu. Er starb 6. Sept. 1770. Als Dichter machte er sich vorzüglich durch Die Gräberv, ein philos. Gedicht (Frankf. 1760), einen ehrenvollen Namen. Wie hier der Einfluß von Poungs Nachtgedanken nicht zu verkennen ist, so macht sich in seinenͥOden und Liederno (Frankf. 1750, 1752, 1753) der Einfluß Hallers bemerkbar. Sein Trauerspiel Der sterbende Senecav (Frankf. 1754) ist in Gottschedschem Geschmack geschrieben. Gesammelt erschienen von ihm „Oden und andere Gedichte, auch kleine prosaische Aufsätzes (2 Bde., Frankf. 1769). Zu nennen sind noch seine Considerationes metaphysicaer (Frankf. 1760) und sein dem Montesquieu entgegengesetztes Buch cüber den wahren Geist der Gesetzed (Frankf. 1766). In seinem Versuch über die Seeles (Frankf. a. M. u. Lpz. 1753) sucht er nachzuweisen, daß die Seele ein Mittelding zwischen einer einfachen Substanz und einem zusammengesetzten Wesen sei, daß sie aus Teilen bestehe, die wohl außer einander, aber nicht ohne einander existieren können. Crenzer (Georg Friedr.), Philolog und Altertumsforscher, geb. zu Marburg 10. März 1771, studierte seit 1789 daselbst und zu Jena, begründete dann mit dem Professor Hauff und Leonhard Creuzer in Marburg eine Privatlehranstalt, begleitete 1798 einen Zögling nach Leipzig, habilitierte sich 1799 als Privatdocent in Marburg, wurde 1802 daselbst ord. Professor der Philologie, 1807 ord. Professor der Philologie und der alten Geschichte in Heidelberg, wo er in demselben Jahre das philol. Seminar gründete. C. Übte eine lange Reihe von Jahren durch Wort und Schrift einen überaus erfolgreichen Einfluß auf die Humanitätsstudien, bis er 1845 sein akademisches Lehramt niederlegte. Er starb 16. Febr. 1858 zu Heidelberg als bad. Geheimrat. Sein bedeutendstes Werk, welches ihm einen bleibenden Namen in der Geschichte der Altertumswissenschaft sichert, ist die Symbolik und Mythologie der alten Völker, besonders der Griechen» (4 Bde., Lpz. 1810 —12; 2. Aufl., mit Fortsetzung von Mone, 6 Bde., Lpz. 1820—23; 3. Aufl., 4 Bde., Lpz. u. Darmst. 1837—44). Durch die von ihm darin ausgesprochenen Ansichten wurde ein lebhafter Kampf erregt, und namentlich trat ihm zuerst G. Hermann, heftiger aber J. H. Voß entgegen, jener in den Briesen über Homer und Hesiodo (Heidelb. 1818), dann in einem Briefe an C. aüber das Wesen und die Behandlung der Mythologier (Lpz. 1819), dieser in der Antisymboliko (Stuttg. 1825). Auch Lobeck bekämpfte zuletzt jene Ansichten im Aglaophamosv. Als die bedeutendste philol.⸗kritische Arbeit C.s ist die Ausgabe von Plotins „Opera omnias (3 Bde., Orf. 1835) zu betrachten. Mit Moser gab er mehrere Schriften Ciceros heraus. Von seinen übrigen wuhleicerr⸗ die verschiedensten Gebiete des Altertums betreffenden Schriften sind besonders hervorzuheben: Die histor. Kunst der Griechen in ihrer Entstehung und Fortbildung (Lpz. 1803; 2. Aufl., besorgt von Kayser, Darmst. 1845), Epochen der griech. Litteraturgeschichter (Marburg 1802), Abriß der röm. Antiquitätenv (Lpz. u. Darmst. 1824; 2. Aufl. 1829), Zur Geschichte altröm. Kultur am Oberrhein und Neckar» (Cpz. u. Darmst. 1832), Zur Gemmenkunder (Darmst. 1834), Das Mithreum von Neuenheimo (Heidelb. 1838), Zur Galerie der alten Dramatikerv (Heidelb. w18397), Zur Geschichte der klassischen Philologier (Frankf. 1854). Mit Ausnahme der letztern sind diese Arbeiten au in der Sammlung von C.s Deutschen Schriftenv (9 Bde., Lpz. u. Darmst. 1837—47) enthalten, an welche sich seine Selbstbiographie: Aus dem Leben eines alten Professorsv (Lpz. u. Darmst. 1848) und „Paralipomena der Lebensskizze eines alten Professorso (Frankf. 1858) anschließen. Val. Starck, (Friedrich C., sein Bildungsgang und seine bleibende Bedeutungo (Heidelb. 1875). Erenziger (Kasp.), prot. Theolog, s. Cruger.