FeedCölln Ier get Friedr. Wilibald Ferd. von)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Cölln Ier get Friedr. Wilibald Ferd. von), polit. Schriftsteller, geb. 1766 zu Orlinghausen im Lippeschen, wurde, nachdem er zu Minden als Kammerreferendar gearbeitet hatte, eor der h. und Steuerrat zu Glogau und 1805 Assessor der Oberrechnungskammer in Berlin, wo er den «Preußischen Staatsanzeigerd redigierte. Nach den Ereignissen von 1806 begann er in Schriften rücksichtslos die Schwächen der preuß. Verwaltung, besonders der Staats- und Finanzverwaltung, aufzudecken. Er wurde deshalb 1808 in Rucht. Woae gezogen und auf die Festung Glatz gebracht. Wegen Kränklichkeit erhielt er 1810 die Erlaubnis, die Bäder zu Landeck zu gebrauchen, benutzte aber diese Gelegenheit zur Flucht nach Osterreich. Später schlug indes der König von Preußen die Untersuchung nieder. C. erhielt eine Pension, wurde im Büreau des Staatskanzlers Fürsten von Hardenberg angestellt und starb 13. Jan. 1820. Unter seinen Schriften, die meist anonym erschienen und trotz ihrer Einseitigkeit tiefe Blicke in die damaligen Zustände und Regierungskreise gewähren, sind besonders zu erwähnen: Vertraute Briefe uber die innern Verhältnisse am preuß. Hofey (3 Bde., Amsterd. u. Köln 1807— 9), Neue Feuerbrändey (6 Bde., Lpz. 1807—8), „Wien und Berlin in Paralleles (5 Bde., Lpz. 1808), «Fackelno, später Neue Fackelno, ein Journal (Quedlinb. 1812 —15), «Die neue Staatswissenschaft, oder Adam Smiths Untersuchungen über die Natur und die Ursachen des Nationalreichtumso (Berl. 1812; 2. Aufl. 1816), «Freimütige Blätter für Deutschery (Berl. 1815 — 20), „Histor. Archiv der preuß. Provinzialverfassungend (7 Hefte, Berl. 1819—20).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 507Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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