Crelle (Aug. Leop.), Mathematiker und Bautechniker, geb. 11. März 1780 zu Eichwerder bei Wriezen, wo sein Vater königl. Deichinspektor war, bildete sich, ohne eine Lehranstalt zu besuchen, fast ausschließlich durch Lektüre. Er zeigte besondere Neigung für mathem., später auch für staatswissens ber a e Studien; äußere Verhältnisse wiesen ihn aber auf das Wegebaufach. Nachdem er bei dem preuß. Staatsbauwesen mehrere untergeordnete Stellungen bekleidet, wurde er später zum Geh. Oberbaurat und Mitglied der Oberbaudirektion ernannt. Die meisten von 1816—26 im preuß. Staate ausgeführten Kunststraßen wurden unter seiner mißt, sind unter K aufzusuchen. besondern Mitwirkung, sowie später die Berlin-Potsdamer Eisenbahn nach seinem Entwurfe gebaut. C. ward 1828 zum Mitgliede der Akademie der Wissenschaften erwählt. Neben seinen Berufsgeschäften setzte er seine mathem. Studien fort. Nachdem er 1849 wegen geschwächter Gesundheit dem Staatsdienste entsagt, starb er 6. Okt. 1855 zu Berlin. Von seinen zahlreichen Iber dier sind besonders hervorzuheben: Versuch über die Rechnung mit veränderlichen Größen⸗(Gött. 1819, Sammlung mathem. Aufsätze und Bemerkungen v (2 Bde., Berl. 1820— 22), eine übersetzung von Legendres Elementen der Geometrieß mit Anmerkungen (Berl. 1822; 4. Aufl. 1844), (Versuch einer allgemeinen Theorie der analytischen Fakultäten » (Berl. 1823), (Lehrbuch der Arithmetik und Algebray (Berl. 1825), „Handbuch des Feldmessens und Nivellierens v (BVerl. 1826), (Lehrbuch der Elemente der Geometrieß (2 Bde., Berl. 1826 —27) u. s. w. Eine Menge von kleinern und größern Abhandlungen befindet sich in dem von C. herausgegebenen für reine und angewandte Mathematiko (Bd. 1—50, Berl. 1826—55). Besonders daraus abgedruckt wurde unter anderm Encyklopäd. Darstellung der Theorie der Zahlenv (Bd. 1 Berl. 1845). Ebenso wurden viele seiner bautechnischen Abhandlungen aus dem ebenfalls von ihm geleiteten Journal der Baukunsto (30 Bde., Berl. 1828—51) abgedruckt. Unter denselben zeichnen sich namentlich die über das Eisenbahnwesen aus.