Coloman (ungar. Kälmän), König von Ungarn 1095—1114, einer der hervorragendsten Regenten aus dem Herrscherhause Arpäds. Er bestieg den Thron nach dem Tode seines Oheims Ladislaus des Heiligen. C. war angeblich früher zum geistlichen Stande bestimmt und hatte eine wissenschaftliche Ausbildung erhalten, deshalb nennen die Chronisten ihn den „Bücher-C.v (Könyves Kälmänp. Was sie noch über seine körperliche Mißgestalt, seine Härte und Grausamkeit berichten, ist größtenteils mönchisches Fabelwerk. Er bändigte die aufständischen Kroaten (1096 und 1102), unterwarf die dalmatinischen Seestädte (1096), züchtigte die Raubscharen der ersten Kreuzfahrer, bewilligte aber Gottfried von Bouillon den Durchzug durch das Land. Im J. 1102 machte er sich vollends zum Herrn von Dalmatien und ließ sich zum König von Kroatien und Dalmatien krönen. Seitdem verblieb der dalmatinische Königstitel bei der ungar. Krone. Gegen Galizien focht C. unglücklich, im Innern hatte er mißt, sind unter K aufzusuchen. in der zweiten Hälfte seiner Regierung wiederholte Aufstandsversuche seines ältern Bruders Almos zu unterdrücken. Er befleckte seine sonst ruhmvolle Regierung durch den Akt der Tyrannei, daß er Almos und desen Sohn Bela (später König Bela II.) blenden ließ. C. war zweimal vermählt. Seine erste Gemahlin war Busilla, die Tochter des Grafen Roger von Sicilien; nach ihrem Tode (1101) nahm er Predslawa, Tochter des kiewer Großfürsten Swetopolk, zur Frau, die er 1104 des Landes verwies. C. leitete auch die innern Angelegenheiten mit Kraft und Umsicht; er bereiste das Land, hielt persönlich Gericht, traf zweckmäßige Einrichtungen, versammelte wiederholt die Großen des Reichs zu Beratungen und schuf eine Reihe von Gesetzen, die ursprünglich in ungar. Sprache abgefaßt waren, von denen aber nur ein mangelhafter lat. Auszug erhalten geblieben ist.