Corbinianus (der Heilige), einer der ersten Missionare und Bischöfe in Bayern, geb. um 680 zu Chartrettes bei Melun in Frankreich, hieß eigentlich Waldekiso, wurde aber nach seiner Mutter Corbiniana bald C. genannt. Bis zum J. 722 lebte er als Klausner in der Heimat, vom Volk als Heiliger verehrt und auch von Pippin und Karl Martell hoch angesehen. Als dieser begann, die dem Christentum entfremdeten deutschen Herzogtümer wieder unter fränk. Herrschaft zu bringen, begab sich C. nach Bayern zum Herzog Grimoald in Freising. Auf einer Reise nach Rom fand er bei dem Longobardenkönig Liutprand freundliche Aufnahme und wollte sich in dessen Nähe zu Mais bei Meran niederlassen. Der Herzog ließ ihn nach Freising bringen, gestattete und förderte jedoch 724 zu Mais eine große Niederlassung. Hierher floh C., als die Padalds Piltrud sein Leben bedrohte. Erst nach Grimoalds Tode (728) und dem Regierungsantritt Hukberts kehrte C. nach Freising zurück und starb hier am 8. Sept. 730. Seine Gebeine wurden in Mais bestattet, aber 768 nach Freising zurückgebracht. Deshalb wird in Freising und Regensburg noch jetzt der 20. Nov. gefeiert. Vgl. Quitzmann,Die alteste Geschichte der Bayern » (Braunschw. 1873).