Compiacevöle (ital.), Reues gefällig (zur Bezeichnung für den Vortrag eines Tonstücks). im franz. Depart. Oise, 2 km unterhalb des Einflusses der Aisne in die Oise, am rechten Ufer der letztern, und an der Nordbahn, 84 km nordöstlich von Paris gelegen, zählt (1876) 12923, als Gemeinde 13 393 E., die Industrie in Hanfleinwand, Seiler⸗ und Strumpfwaren, sowie in Bürsten, Billards, Zucker, Mehl, Bier, Ziegel und Drainageröhren unterhalten, und Handel in Holz, Getreide und Kohlen treiben. Man baut Hanf und Flachs. Die Stadt hat Reste von Befestigungen, namentlich runde Türme, einen Gerichtshof, ein Kommunal-College, das Museum Vivenel, eine Bibliothek von 10000 Bänden und ein Schloß mit einem schönen Walde von 14509 ba und 94 km Umfang, ehemals Cotia Sylva, noch im 14. Jahrh. Guise-Wald genannt, einer der größten in Frankreich, reich an Bergen und Felsen, an Bächen und Teichen. Merkwürdig ist das Stadthaus, ein Gebäude spätern got. Stils, und der Jakobinerturm, der Kerker der Jungfrau von Orléans, die hier bei der Belagerung der Stadt 1430 von den Engländern gefangen genommen wurde, und deren Denkmal hier (Bronzestatue von Leroux, 2,5 m hoch) im Okt. 1880 enthüllt wurde. Das Schloß, unter den Merovingern gegründet und unter Ludwig XV. umgebaut, früher Louvre genannt, kann in seinem jetzigen Zustande als ein modernes Gebäude angesehen werden. Es hat eine 193 m lange Fagade gegen die Parkterrasse und eine zweite gegen den Schloßplatz in der Stadt. Napoleon I. baute eine vom Schlosse zum Eingang durch den Garten führende, 1,4 km lange Weinlaube und empfing daselbst seine Braut, die Erzherzogin Marie Luise. Karl X. bewohnte es oft wegen der Jagd. Ludwig Philipp ver-Hapotes die Kapelle und baute einen Theatersaal. dapoleon III. benutzte das Schloß als Landresidenz im Spätjahr. Jetzt befindet sich darin eine galloüßt, sind unter K aufzusuchen. roman. Nümerh. und ein cochinchines. Museum +r Khmer). C. wird schon zur Zeit des Franenkönigs Chlodwig (Oompendium) genannt. Pipin veranstaltete hier 757 ein Maifeld, und später wurden daselbst 14 Reichstage und Konzilien gehalten, das merkwürdigste 833, wo Kaiser Ludwig der Fromme auf Betrieb seines ältesten Sohnes Lothar abgesetzt wurde und öffentliche Kirchenbuße thun mußte. Hier versammelte 1382 Karl VI. die Generalstaaten, welche ihm jede Unterstützung für den flandrischen Krieg verweigerten Napoleon I. verwies 1808 den König Karl IV. von Spanien hierher.