Conquistadöres, d. i. Eroberer, hießen in den ehemaligen span. Besitzungen Amerikas die Eroberer des Landes und ihre Nachkommen, die eine eigentümliche Stellung zu der übrigen Bevölkerung und dem europ. Mutterlande einnahmen. Die ritterlichen Eroberer hatten zum Teil ohne die geringste Mitwirkung des Staats oder wenigstens der span. Krone jene ungeheuern und reichen Länderstrecken von Californien bis an die Mündung des La Plata unterworfen und waren vom Hofe mit hohen Adelstiteln, ausgedehntem Grundbesitz und mit vielfachen Privilegien hinsichtlich der Steuern und Kolonialverwaltung belohnt worden. Der größere Teil der C. verteilte aber die vom König ihnen geschenkten Strecken gegen vorbehaltene Feudalrechte an die Krieger niederer Grade, die sie begleiteten, oder an andere Einwanderer. Die Abkömmlinge der C. lebten sonach als große Grundbesitzer unabhängig auf ihren Gütern unter ihren Pächtern, und iümer den hörigen Indianern oder Sklaven und kümmerten sich wenig um den Hof des Vizekönigs oder Generalkapitäns. Allein später änderte sich das Verhältnis. Die Aristokratie des Grundbesitzes und die Gemeinden der zahlreichen Städte und Municipalitäten (Cabildos), also der Kern der bleibenden europ. Bevölkerung oder der Creolen (d.), ursprünglich den eingeborenen Spaniern oder Chapetones 2it dor Reater ja vor ihnen bevorzugt, wurden seit er Regierung Philipps III., ganz im Widerspruch der bestehenden Gesetze, systematisch bedrückt und den Chapetones in jeder Weise mahrenein Diese Verhältnisse, sowie die Zwangsmaßregeln der Regierung, das Monopol⸗ und Absperrungssystem, die Plackereien mit den Regierungsbeamten u. s. w. entfremdeten allmählich die Volksmasse, ganz besonders aber die grundbesitzende Aristokratie, die stolzen Abkömmlinge der C., dem Mutterlande und bereiteten die Stimmung vor, welche endlich den Abfall der reichen Länder von Spanien herbeiführte. Die alten Familien der C. lieferten in dem dann folgenden Kampfe zum Teil abermals die Führer.