FeedCopia (lat.)
ErdkundeBrockhaus 1882

Copia (lat.), Fülle; Vervielfältigung eines Schriftstücks (s. Kopie); Cornu copiae, Füllhorn. opiapö, offiziell San-Francisco de la Selva de Copiapo, Copayaipu der Indianer, Hauptstadt der Provinz Atacama (s. d.) in Chile, rechts am Rio C., in 396 m — — im Westen des wenigstens so genannten Volcan de Copiapb (27 8“ südl. Br.) gelegen und seit 1851 mit dem Hafen Caldera (83,2 Em im NW.), sowie neuerdings mit dem berühmten Silberbergwerk von Chafarcillo (79 kxm im SSW.) durch Eisenbahnen verbunden. Die Stadt C. bildet ein Rechteck mit 4 Längenstraßen (durch deren nördlichste die Eisenbahn hindurchführt) und etwa 20 diese rechtwinkelig durchschneidenden Querstraßen. An beide Enden reihen sich Vorstädte, die östliche aus schlechten Ranchos und Hütten bestehend und von der ärmsten Schicht der Bevölkerung bewohnt, die westliche am Bahnhof mit höchst eleganten, zum Teil prachtvollen Häusern und Gärten, der Wohnsitz der Reichsten. Die Häuser sind wegen der häufigen Erdbeben, durch welche die Stadt besonders 1819, 1822 und zuletzt 5. Okt. 1859 bedeutend litt, meist einstöckig und leicht aus Holz und Rohrwerk aufgeführt. Recht gut gebaut ist dagegen die Hauptkirche an dem Hauptplatze im Mittelpunkte der Stadt, auf welchem seit 1851 das eiserne Standbild Juan Godois steht, welcher 19. Mai 1832 die Silberminen von Chafareillo entdeckte. C. hat ein Provinzial-Lyceum, eine Bergwerksschule, Freischulen, Hospital und Hospiz, eine Volksbibliothek, Hotels, ein Theater, Luxus und Fülle aller Lebensbedürfnisse und mehrere große Industrieetablissements, wie Schmelzöfen, Pochwerke, Maschinenbauwerkstätten u. s. w., zählt (1875 11432 E. und ist einer der teuersten Plätze Amerikas. Die Stadt wurde nach Entdeckung der Goldminen 1707 an ihrer jetzigen Stelle gegründet, an welcher sich schon früher indian. Niederlassungen befunden hatten; 1749 wurde sie zur Villa erhoben und 1843 zur Ciudad und Provinzhauptstadt. Der Hafen, Puerto de Copiapoö, 60 kmim W. von der Stadt, etwas südlich von der Mündung des Flusses, ist ziemlich schlecht und hat seit Eröffnung der Bahn von C. nach Caldera seine frühere Bedeutung eingebüßt. Die ganze Gegend ist überreich an Erzen und Guano; 1874 wurden für 6691 431 Doll. Minenprodukte ausgeführt. Das wesentlichste Erzeugnis des Departements C. ist das Kupfer, während es früher durch seine reichen Silberminen berühmt war. Die Silberminen von Chasareillo lieserten eine Zeit lang die reichste Ausbeute, die jedoch allmählich sank. Die Erze werden hauptsächlich über den 1842 angelegten Hafen Caldera (s. d.) ausgeführt, sowie Uber die Hafenorte Puerto de Carrizal und Huasco.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 584Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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