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ErdkundeBrockhaus 1882

Coquimbo, Provinz der südamerik. Republik Chile, zwischen den Provinzen Atacama im N. und Aconcagua im S. gelegen, zählt auf 33 423 qkm (1878) 161 970 E. Die Bevölkerung drängt sich zusammen in den drei schmalen Flußthälern des Ri o Coquimbo (Rio de Elqui), Limari und Rio de Chuapa, während sie sich in den Gebirgen, welche die übrigen Teile der Provinz ausfüllen, um die Erzruben gruppiert. Infolge der im ganzen gebirgigen matur und des Wassermangels (nur drei bis vier Regengüsse jeden Winter, im Jahre 38,6 mm, im nördl. Teile 7,9 mm) erscheint das Land sehr öde und unfruchtbar und ist nur im Frühlinge mit einem schönen Blumenteppiche bedeckt; doch ist der Boden, soweit er aus den spärlichen Flüssen künstlich bewässert werden kann, äußerst fruchtbar; der nördlichste Teil ist eine ganz regenlose Wüste, und die dort wohnenden 8400 Bergwerksarbeiter nähren sich von eingeführten Nahrungsmitteln. Hauptprodukt ist Kupfer. Im J. 1874 haben die 340 Kupfer⸗, Silber⸗, Kobalt⸗, Quecksilber⸗ und Goldminen produziert: 905 Unzen Gold, 14370 g Silber, 21643 600 kg Kupfer. Die Provinz C., die erst 26. Juni 1826 ihren Beitritt zur Republik Chile erklärte, war lange die nördlichste, bis Atacama als eigene Provinz von ihr getrennt wurde. Sie zerfällt in die Depart. Illapel, Combarbalä, Ovalle, Elqui, Puerto de Coquimbo und Serena. ie Hauptstadt La Serena, am linken Ufer und nahe der Mündung des Rio Coquimbo, auf einem vom Meere in drei Stufen aufsteigenden Terrain reizend gelegen, wurde 1543 auf Befehl des Pedro de Valdivia von Juan Bohon gegründet und durch das Erdbeben 1730 fast vollständig zerstört. Sie ist der Sitz eines Bischofs und eines Appellationsgerichts, hat schöne, von Gärten umgebene Häuser, eine Kathedrale und sechs neue Kirchen, ein Provinzial-Lyceum, mehrere höhere Elementarschulen, ein Lazarett, ein Hospital und zählt (1878) 12293 E. — mißt, sind unter K aufzusuchen. Iyr Hafen, die Stadt Coquimbo, liegt 14 kKmim Südwesten an einer geräumigen und ziemlich sichern Bai mit gutem Ankergrund von 14—36 m Tiefe, einem Molo und einem Leuchtturm auf der Land-n spitze Tortuga. Dieselbe hat 5077 E., ein schönes u Zollhaus, eine Kirche und zwei duhn w Sie ist mit Serena durch eine Eisenbahn verbunden, 8 welche sich südlich noch 45 km weit fortsetzt nach verschiedenen Kupfergruben, über Tambillo bis Cuesta de las Cardes. Dabei befinden sich, 3 Km entfernt, große Kupferschmelzen wie auch bei dem ] etwas südlicher gelegenen Hafen La Herradura, 500 E. Das daneben gelegene Guayacan mit 1330 E., seit w1858 die Landungsstelle für Herradura, hat das größte Kupferschmelzwerk der Welt‚. welches jährlich 8-10000 t liefert, die fast gänzlich auf den engl. Markt gelangen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 586Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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