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PflanzenreichBrockhaus 1882

Cordia, von Plumier zur Erinnerung an die beiden deutschen Botaniker Cordus benannte Pflanzengattung aus der Familie der Boragineen. Man kennt gegen 180 Arten, die sämtlich den wärmern Gegenden angehören und vorzugsweise in Südamerika und auf den westind. Inseln vorkommen. Sie haben gestielte, einfache, abwechselnde oder fast gegenständige Blätter, in Doldentrauben, Trugdolden und Rispen gestellte Blüten mit röhrigem, verkehrt ei⸗ oder glockenförmigem, gezähntem Kelch und trichter⸗ oder präsentiertellerförmiger, vier⸗ bis zwölflappiger Blumenkrone und ovale oder kugelige, vom stehenbleibenden Kelch umhüllte Steinsrücht mit ein bis vier einsamigen Fächern und breiiger Mittelschicht. Sie gedeihen bei uns nur im Warmhause, lassen sich durch Stecklinge vermehren, werden aber selten kultiviert. Eine Art, C. Myxa L., der Sebestenenbaum, in Ostindien, Arabien und Agypten wachsend, welcher rundliche, zugespitzte, am Grunde verschmälerte Blätter, am Ende der Zweige stehende Doldentrauben weißer Blumen und eiförmige Hes u centimeterlange, frisch dunkelgrüne Früchte besitzt, war offizinell. Die Früchte nämlich, welche unter dem Namen Fructus Myxae oder Sebestenae in den Handel kommen, getrocknet dunkelbraun, fast schwarz aussehen und ein schleimiges, weißliches, sehr süß schmeckendes Fleisch besitzen, wurden früher bei Brustkrankheiten angewendet. Man nannte sie schwarze Brustbeeren. Die Früchte einiger anderer Arten, so die von C. crenata Del., welche ebenfalls in Agypten und Abessinien einheimisch ist, ferner die der südamerik. Art C. grandiflora R. et Sch. werden gegessen. Das Holz mehrerer Cordia-Arten wird unter dem Namen Rosenholz (s. d.) in den Handel gebracht, 682. sächlich das der C. Gerascanthus Jagg., C. Sebestena L. und C. scabra Desf., die sämtlich in Westindien vorkommen. Das Holz von C. Myxae, welches ebenfalls unter dem Namen +. in den Handel kommt, soll den Agyptern zur Anfertigung der Mumiensärge gedient haben. Von der in Ostindien einheimischen und auch dort wegen ihrer eßbaren Früchte vielfach kultivierten Art C. latifolia Roæb. werden die Bastfasern unter dem Namen Narawali vielfach zur Herstellung von groben Geweben, Tauen, Matten, Netzen u. s. w. verwendet. Dasselbe gilt von den Bastfasern der gleichfalls in Ostindien wachsenden C. angustifolia Roæb. und C. Rothii R. et Sch.; die Fasern der letztern Art führen den Namen Gundui.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 590Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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