FeedCroton L.
PflanzenreichBrockhaus 1882

Croton L., Pflanzengattung aus der Familie der Euphorbiaceen, deren Blüten in Trauben oder Ahren stehen und einen fünfteiligen Kelch und fünf Drüsen innen auf dem Grunde besitzen. Die männlichen Blüten haben fünf Blumenblätter und 10 — 20, selten mehr, freie oder schwach verwachsene Staubgefäße; die weiblichen Blüten sind meist blumenblattlos und haben drei zwei⸗ oder vielteilige Griffel. Die hierher gehörigen Arten, gegen 500, sind Bäume oder Sträucher, seltener Kräuter, mit wechselständigen, am Grunde oft zweidrüsigen, sehr häufig sternhaarigen Blättern. Viele besitzen balsamische oder auch gefärbte harzige Säfte und aromatische Rinden; andere sind durch Wohlgeruch der Blätter oder Blüten ausgezeichnet, und mehrere liefern wichtige Arzneimittel. Fast alle wachsen in den Tropenländern und gedeihen daher bei uns nur im Warmhause. Sie werden selten kultiviert, da sie keine schönblühenden Gewächse sind. C. Tiglium L., ein auf Malabar, Ceylon und den Molukken heimischer Baum von etwa 6m boh mit dickem, krummem Stamme, elliptischen, kleingezähnten, langgestielten Blättern und 5—8 em langen Trauben, liefert die Purgierkörner (Semina Crotonis, Grana Tiglii, Grana Moluccana) und nebst einer andern, im Birmanenreich und auch auf den Molukken wachsenden baumförmigen Art (C. Pavana Hamilt.) das Purgierholz Lignum Pavanae s. Moluccanum). Aus den Purgierkörnern oder den in den dreikantigen Kapseln des Purgiercrotons eingeschlossenen, mit hellbraunem Filz bedeckten Samen wird das Crotonöl (s. d.) bereitet. Das Purgierholz wirkt frisch drastisch, älter mild purgierend, und war früher offizinell. Das Holz und der Samen werden in der Heimat auch zum Betäuben und Fangen der Fische benutzt. C. Draco Schlechtd., ein mexik. Baum mit sternfilzigen, herzförmigen Blättern und Zweigen, desgleichen C. hibiscikolius in Columbia und C. sanguifluus am Marafon, beide von A. von Humboldt entdeckt und beschrieben, enthalten einen blutroten Saft, welcher eine Sorte des Drachenblutes (. d.) liefert. C. perdiceps §t. Hil. in Brasilien, C. balsamiferum L. in Westindien, C.adipatum Æti. und noch andere im tropischen Asien und Amerika einheimische Arten enthalten einen balsamischen, wohlriechenden, dicklichen Saft, welcher in jenen Gegenden nach Art anderer Balsame oder wie Weihrauch benutzt wird. Eine aromatisch-bittere Rinde, welche in ihrer Heimat als QMuina blanca oder Copalche offizinell ist, und die auch nach Europa unter dem Namen Copalcherinde (Cortex Copalke oder Copalche) in den Handel kommt, liefert der in Mexiko einheimische China-Croton, C. PSeudochina Schlechtd. Die offizinelle, angenehm gewürzhaft riechende und bitter-aromatisch mißt, sind unter K aufzusuchen. schmeckende Cascarill- oder Schacarillrinde (Cortex Cascarillae oder Chacarillae oder Eluteriae), welche unter die kräftigsten Allah, mammt den Arzneimittel gehört (s. Cascarilla), stammt . zum größten Teile von dem in Jamaica einheimischen C. Eluteria 80. Er ist ein baumartiger Strauch mit weißer, innerlich brauner Rinde, zweischneidigen, braunen, behaarten Asten, kurzgestielten, ovalen, spitzen, unterseits sternschuppigen Blättern, achselständigen Blütentrauben und sternhaarigen, erbsengroßen Kapseln. ö

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 687Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 3

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Pflanzenreich 6