FeedCornus L.
PflanzenreichBrockhaus 1882

Cornus L., Pflanzengattung aus der nach ihr benannten Familie der Cornaceen. Ihre hauptsächlich in Europa, Asien und Nordamerika wachsenden Arten sind der Mehrzahl nach Bäume und Sträucher, nur wenige krautig. Sie haben in der Regel gegenständige, stets ganze und ganzrandige Blätter und in Dolden und schirmförmige Trugdolden gestellte Blüten mit unterständigem Fruchtknoten, undeutlichem Kelchrande und vierblätteriger, lüraltehe, meipheerenfömmig Die Frucht ist eine längliche, meist beerenförmige Steinfrucht mit zweifächerigem Kern. Zu dieser Gattung gehört ibaum der Korneliuskirschen⸗ oder Kornelbaum (C. mascula L.), auch Dürrlitze und Herrlitze genannt, ein kleiner, meist krummschäftiger Baum von 6—8 m Höhe und 8—10 em Stärke bei einem Alter von 20—25 J. Oft ist derselbe nur strauchig. Die goldgelben Blüten erscheinen im ersten Frühling vor dem Laubausbruch und sind in kopfförmige, von vier großen gelblichen Hüllblättern umgebene Dolden gestellt. Die Blätter sind kurz gestielt, eiförmig zugespitzt, die hochrot gefärbten Steinfrüchte über 2,5 em lang, von angenehm säuerlich-süßem Geschmack. Man kann sie roh und in Zucker eingemacht essen; in der Türkei bereitet man aus ihnen verschiedene wohlschmeckende Gelees und Sirupe. In Griechenland und Ungarn benutzt man dieselben vielfach zur Herstellung von Liqueuren. Sie gelten für sehr gesund und werden selbst Cholerakranken ißt, sind unter K aufzusuchen. als Erfrischung gestattet. Die unreifen, grünen Früchte können wie Oliven zubereitet werden. Aus den Kernen fertigen sich die Armen in der Türkei Rosenkränze. Das überaus feste, feinfaserige und schwere Holz ist namentlich von den Uhrmachern sehr aberde indem es vorzugsweise zu dem hölzernen Räderwerk Hn drefetbez benutzt wird. Außerdem verwendet man dasselbe zu Radkämmen, Pressen, Walzen und musikalischen Instrumenten. Die geraden jungen Stämme und Stocklohden geben gute Stöcke ab. Berühmt sind seit langer Zeit die in Jena in großer Menge gefertigten, früher bei den Studenten, namentlich den Jenensern, sehr beliebten, wuchtigen Ziegenhainer, nach dem Dorfe Ziegenhain bei Jena benannt. Zu ähnlichen Zwecken, namentlich auch zu Peitschenstöcken und Pfeifenröhren, wird das Holz des viel haftger wildwachsenden Hartriegels (C. sanguinea L.) benutzt, eines oft auch baumartig werdenden Strauchs mit ähnlich geformten Blättern, dessen weißgefärbte, in roße, hüllenlose, schirmförmige Trugdolden ge-Fü Blüten nach dem Laubausbruch erscheinen. ie im Herbst reifenden Früchte sind kugelig, erbsengroß, schwarz. Der Hartriegel wächst fast überall an Waldrändern und in lichten Laubgehölzen auf frischem, humosem Boden, während die Korneliustirsche bei uns vorzugsweise kultiviert und nur selten wild vorkommt. Mit dem Hartriegel, der seinen wissenschaftlichen Beinamen (der blutrote) von der roten Farbe der Zweige im Winter erhalten hat, ist nahe verwandt der nordamerikanische C. alba I., der sich vorzüglich durch weiße, beerenartige Früchte von dem einheimischen Hartriegel unterscheidet. Ersterer gehört zu unsern gemeinsten Ziersträuchern und hat im Winter noch viel schönere blutrot gefärbte Zweige als der einheimische. Eine andere schöne nordamerik. Art ist C. florida A1t., ein Baum von 710 m und mehr Höhe, dessen nach dem Laubausbruch sich entwickelnde, sehr kleine, grünliche Blütendolden von vier großen, kreuzweise gestellten, schneeweißen Deckblättern, die eine s cheinbare Blume bilden, umgeben sind. Auch von dieser Art wird das Holz, welches eine schöne chokoladenbraune Farbe bestt, zu Drechslerarbeiten u. s. w. verwendet.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 606Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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