Cotopaxi, . ich Cutupagsi, der höchste der jetzt noch thätigen Vulkane der Erde, der zweithöchste Berg der Cordilleren, erhebt sich als Glied der östl. Vulkanreihe in der Republik Ecuador, 5943 m hoch, 70 km im SO. von Quito und besitzt fast die vollkommenste Kegelgestalt unter allen. Sein Krater hat über 800 m Durchmesser. Er ist zugleich der furchtbarste unter den feuerspeienden Bergen Amerikas, seine Auswurfsmassen bedecken viele Quadratkilometer im Umkreise. Die ältesten größern Ausbrüche seit der Ankunft der Spanier ereigneten sich 1532 und 1533, sodann 1742, 1746, 1766 und 1768, der furchtbarste von allen, dessen Aschenregen bis Riobamba hin alle niedere Vegetation bedeckte; der Donner desselben war 1000 km weit bis Honda am Magdalenenflusse hörbar. Nachdem 20 Jahre hindurch dem Krater weder Rauch noch Dunst entstiegen, erwachte im Jan. 1803 plötzlich des Nachts die Thätigkeit des unterirdischen Ler ge mit solcher Macht, daß schon am Morgen der geschmolzene Schnee in gewaltigen Strömen sich in die benachbarten Thäler —— und Verwüstung und Tod verbreitete. Die Schneegrenze an ihm liegt in 4629 m Höhe. Das Getöse dieses Ausbruchs hörte Humboldt auf der Südsee in einer Entfernung von mehr als 300 km. Jüngere Ausbrüche geschahen 1850, 1851, 1855, 1856, 1864 und 1877 (Juni). Dampfausbrüche fanden in der neuesten Zeit fast täglich statt, und die Fumarolen sind in unausgesetzter Thätigkeit. Nachdem A. von Humboldt 1802, Boussingault 1831 und Moritz Wagner 1858 (zweimal) vergeblich versucht hatten, den Gipfel des C. zu erreichen, gelang dies endlich Wilh. Reiß 28. Nov. 1872 und ebenso seinem Genossen A. Stübel 8. März 1873.