Cotta (Bernh. von), namhafter deutscher Geognost, Sohn von Heinrich C., geb. 24. Okt. 1808 zu Zillbach im Eisenachischen, studierte 1827—31 auf der Bergakademie zu Freiberg und ging dann 1832 nach Heidelberg, wo er sich den Naturwissenschaften widmete. Nachdem er 1832 die philos. Doktorwürde erworben, kehrte er nach Tharand zurück, wo er 1841 zum Sekretär der Forstakademie ernannt ward. Im J. 1842 folgte er einem Rufe an die Bergakademie zu Freiberg, wo er die durch Naumanns Abgang erledigte Professur der Geognosie sowie später Vorträge über Versteinerungslehre und Erzlagerstätten übernahm. Im J. 1862 ward er zum Bergrat ernannt. Seine erste Schrift behandelte «Die Dendrolitheno (Dresd. 1832). Von 1832 bis 1842 beteiligte er sich neben Naumann an der Bearbeitung der Geognost. Karte des Königreichs Sachseno (mit ausführlichen Erläuterungen). Als Fortsetzung dieses vortrefflichen Werks bearbeitete C. 1843—48 auch eine geognost. Karte von Thüringen, welche in vier Sektionen erschien. Von seinen übrigen Werken sind hervorzuheben: Geognost. Wanderungeny (2 Tle., Dresd. u. Lpz. 1836—38), Anleitung zum Studium der Geognosie und Geologiev (Dresd. u. Lpz. 1839; 3. Aufl 1849), welche später in zwei Abteilungen, der 4Gesteinslehreꝝ (Freiberg 1855; 2. Aufl. 1862; engl. übersetzung 1866) und «Formationslehrer (Freiberg 1856), erschien, und „Deutschlands Boden, sein geolog. Bau und dessen Einwirkung auf das Leben des Menscheno (2 Bde., Lpz. 1854; 2. Aufl. 1858). Die Ergebnisse zweier Reisen nach den Alpen und Oberitalien (1843 und 1849) teilte er in den „Geolog. Briefen aus den Alpen » (Freiberg 1850) mit. Von großer praktischer Bedeutung sind C.s Arbeiten über die Lagerstätten der Erze, deren Untersuchung er in letzter Zeit zu seiner Hauptaufgabe machte. Seinen Gangstudiend (Freiberg 1847 fg.) folgten Die Lehre von den Erzlagerstätten» (Freiberg 1854; engl. übersetzung 1870) und «Die Erzlagerstätten Europas v (Freiberg 1861) nebst einer Reihe von Monographien über die von ihm untersuchten Erzlagerstätten in der Bukowina, Siebenbürgen, Ungarn, dem Banat und Serbien sowie in den östl. Alpen. In dem Bestreben, die Resultate der wissenschaftlichen Forschung möglichst zu popularisieren, hat C. Briefe Uber Humboldts Kosmosv(Lpz.1848-51),«Geolog. Bilder » (6. Aufl., Lpz. 1876), einen Geolog. Katechismuso (Lpz. 1861) und Beiträge zu Zeitschriften geliefert. In früherer Zeit veröffentlichte C. auch einige Schriften über Phrenologie. Große Verbreitung und Anerkennung erwarb sich seine «Geologie der Gegenwarto (1866; 5. Aufl. 1878, in das Russische und Magyarische übersetzt), in welcher C. sich zu wesentlich denselben Prinzipien für die unorganische Natur bekennt, welche Darwin für die Organismen aufgestellt hat. Ein späteres Hauptwerk C.s war «Der Altai, sein geolog. Bau und seine Erzlagerstätten » (1871), als Resultat einer Bereisung dieses centralasiat. Gebirges im Auftrage des Kaisers von Rußland. Nachdem C. 1874 in den Ruhestand getreten war, veröffentlichte er noch das (Geolog. Repertoriump (Lpz. 1877). Er starb am 14. Sept. 1879 in Freiberg.